Category Archives for Haus kaufen

Kinder ziehen aus…irgendwann – schon heute dran gedacht?

Nicht alle Lebensabschnitte brauchen das gleiche Haus!

Vielleicht kennt ihr das aus eurer eigenen Vergangenheit: Ihr seid in einem beschaulichen aber durchschnittlichen Einfamilienhaus aufgewachsen. Vielleicht war es immer ein bisschen eng, oder jeder hatte mehr als genug Platz und Raum. Egal! Die Situation ist trotzdem immer die gleiche, wenn alle Kinder ausgezogen sind: Plötzlich ist das Haus eigentlich zu groß. Besonders auffällig ist das natürlich wenn es mehr als zwei Kinder in der Familie gibt.

Dann ist die große Frage: wie damit umgehen? Behält jedes Kind sein altes Zimmer? Werden daraus Gästezimmer? Nutzen eure Eltern die Zimmer unterschiedlich, vielleicht als Fernseh-, Arbeits-, Fitness- oder Hobbyzimmer? Mit genügend Fantasie bekommt man die überzähligen Zimmer schon irgendwie umgenutzt, aber werden sie dann auch wirklich genutzt? Wie oft geht man zum Fernsehen in ein extra Zimmer? Braucht man wirklich ein Arbeitszimmer? Vorher hat man seine Büroarbeit ja auch woanders gut hinbekommen.

Zuviel ist zuviel

Egal, wie man die Zimmer auch umnutzt, es ist eigentlich immer ein Zuviel an Raum, der keinen Mehrwert liefert. Die Räume müssen renoviert, instandgehalten und geheizt werden ohne einen echten zusätzlichen Nutzen. Und eine der größten „Gefahren“ ist, dass die Räume im Laufe der Jahre zugestellt werden, weil „da ist ja noch Platz und wir nutzen den Raum sonst eh nicht…“

Die Eltern von einer Freundin mit drei Geschwistern haben ein riesiges Haus mit 5 Schlafzimmern. Ein Zimmer ist im Erdgeschoss und die anderen im Obergeschoss. Jetzt sind alle Kinder ausgezogen. Das Zimmer im Erdgeschoss ist ein Arbeitszimmer geworden, ein Zimmer im OG ist ein Gästezimmer und die anderen beiden Räume stehen leer. Eigentlich doch schade um den Platz, oder?

All das sind Gründe, warum ich ein Fan davon bin schon beim Hausbau oder wenn ihr kauft, beim Umbau daran zu denken, wie ihr den überzähligen Platz effektiv umnutzen könnt, wenn die Familie wieder schrumpft. Und vielleicht sogar noch etwas Geld damit verdient.

Einliegerwohnung

Eine elegante Methode, die überzähligen Räume, wieder als Kostenpunkt loszuwerden, ist daraus eine Einliegerwohnung zu machen.

So hat es meine Oma gemacht: Meine Oma hat fünf Kinder, natürlich hatten alle auch ein Zimmer. Zunächst hat sich einer meiner Onkel das Dachgeschoss ausgebaut, um dort für ein paar Jahre zu leben, bevor er selbst gebaut hat. Damit war der Grundstein für die Nutzung als Zweifamilienhaus bereits gelegt und mittels einer Außentreppe war auch die Erschließung kein Problem. Als dann mein Opa gestorben war, brauchte meine Oma auch das Obergeschoss nicht mehr. Sie baute sich das Erdgeschoss zu einer geräumigen Wohnung um und hat sogar trotzdem noch ein Gästezimmer. Das Obergeschoss und das Dachgeschoss wurden zu einer großen Maisonette-Wohnung verbunden und an eine Familie mit zwei Kindern vermietet. Mittlerweile wohnt diese Familie auch schon seit über zwanzig Jahren in dem Haus. Deren Kinder sind auch schon ausgezogen, es ist aber so eine schöne Symbiose, dass sie wohl bleiben werden bis auch meine Oma nicht mehr lebt. Die Mieter kümmern sich um den großen Garten, was meine Oma nicht mehr kann und haben immer ein Auge auf sie, sodass sie sich nie alleine fühlt in dem großen Haus. Das ist wirklich eine Erfolgsgeschichte. Vom finanziellen Nutzen mal ganz abgesehen.

Wenn ihr also in eurem Haus alt werden und später nicht allein sein wollt, gibt es für eine Einliegerwohnung folgende Dinge zu beachten:

  • Plant die Kinderzimmer so, dass sie später leicht als Einliegerwohnung abtrennbar sind.
  • Sprecht euren Architekten schon beim ersten Gespräch darauf an, dass diese Möglichkeit gegeben sein soll.
  • Plant ein Kinderbadezimmer ein, das später der Wohnung zugeteilt wird.
  • Richtet in einem der Kinderzimmer bereits Leitungen für eine spätere Küche vor.

Wenn ihr nicht wollt, dass dauerhaft jemand Fremdes bei euch im Haus wohnt und vielleicht auch Teile des Gartens mitnutzen möchte, bietet eine Einliegerwohnung dennoch tolle Möglichkeiten:

  • Übergangswohnung für eines der Kinder
  • Altenteil für eure Eltern
  • möblierte Wohnung zum Vermieten auf Zeit, auf AirBnB; je nachdem wo ihr wohnt an einen Wochenpendler, der am Wochenende nach Hause fährt.

Übergangsanbau

Gerade, wenn ihr auf der Suche nach gebrauchten oder vielleicht sogar historischen Häusern seid, oder ihr habt ein Haus geerbt, dann ist oft die mangelnde Größe das Problem. Viele alte Häuser sind mit 90-110m² einfach zu klein für ein angenehmes zeitgemäßes Wohnen mit einer Familie. Da diese Einschränkung aber für alle Immobilien suchenden Familien gilt, sind diese Häuser oft auch recht günstig. Es lohnt sich also darüber nachzudenken ein kleines altes Haus zu kaufen, es umzubauen und mit einem Anbau zu versehen. Das hat aber wenn die Kinder ausgezogen sind, die gleichen Konsequenzen wie oben zur Folge.
Die Lösung ist ein Anbau auf Zeit. Mit der mobilen, modularen Architektur von z.B. Cubig könnt ihr einen individuellen Anbau erstellen, der dann später auch als Einliegerwohnung fungiert oder wieder abgebaut wird. Da diese Häuser modular konstruiert sind, kann man sie einfach wieder demontieren, verkaufen oder an anderer Stelle wieder aufbauen. Dann habt ihr wieder das Kernhaus für euch und die Wohnfläche ist ideal für zwei.
Weitere Informationen findet ihr auf Cubig.com (ich bekomme nichts für diese Empfehlung, ich bin einfach nur von dem Produkt überzeugt!)

Haus verkaufen oder vermieten

Ein immer stärker werdende Tendenz ist der Trend hin zum „Lebensabschnittshaus“. Viele planen gar nicht mehr mit den Füßen zuerst das letzte Mal das Haus, was sie heute bauen, zu verlassen. Sie sind sich darüber bewusst, dass es je nach Lebensphase auch unterschiedliche Bedürfnisse an das Wohnen gibt. Also planen sie heute ein Haus zu bauen oder zu kaufen, was heute auf ihren Bedarf zugeschnitten ist. Morgen, wenn die Kinder ausgezogen sind, brauchen sie ein anderes Haus in einer anderen Umgebung. Also wird das Familienhaus verkauft oder vermietet und ein neues Haus bezogen, was für den neuen Bedarf ideal ist.

Ich finde diese Variante mit der geänderten Familiensituation umzugehen auch sehr charmant, weil man sich neu orientiert. Gerade für die Mütter kann es sehr heilsam sein, sich durch den Tapetenwechsel wieder mehr auf sich zu besinnen und vielleicht auch sonst nochmal ganz neue Wege zu beschreiten und sich von der behütenden Mutterrolle zu verabschieden.

Wenn ihr diese Möglichkeit für euch favorisiert, dann beachtet bitte schon heute bei der Planung folgendes, um den Verkaufswert in Zukunft möglichst hoch ansetzen zu können:
versucht möglichst zeitlos zu planen; zu verkitschte Lösungen mindern den Wert eures Hauses
plant mit hochwertiger Architektur; 08/15 Häuser wird es in 15 oder 20 Jahren massenweise zu kaufen geben (vermutlich ist der Immobilienboom dann vorbei)
Sucht die Lage noch bedachter aus, als sowieso schon. Von Neubaugebieten und sehr ländliche Regionen rate ich aus Erwägungen zum Immobilienwert eher ab.

Elternteil zieht ein

Die Einliegerwohnung ist für noch fitte Eltern eine super Möglichkeit. Ist es nun aber der Fall, dass bereits ein Elternteil verstorben ist und der Andere nicht mehr gut alleine zurecht kommt, könnt ihr (Schwieger-)Mama oder (Schwieger-)Papa bei euch im Haus(-halt) aufnehmen. Das muss natürlich von der familiären Konstellation her passen! Das ist ja auch eine Sache, die ihr heute noch nicht planen könnt. Aber vielleicht ändert sich etwas am geplanten Szenario, z.B. dasletzte Kind zieht einfach nicht aus, weshalb die Einliegerwohnung nicht abgetrennt werden kann, oder ihr fühlt euch da jetzt so wohl, dass ihr doch nicht mehr verkaufen wollt und nun zu viel Platz habt. Wird dann ein Elternteil pflegebedürftig, habt ihr zumindest die Möglichkeit der häuslichen Pflege.

Ihr werdet in dem Haus alt

Außer bei der Variante des Hausverkaufs ist das ja bei allen genannten Möglichkeiten der Fall. Dazu möchte ich euch im Speziellen aber auch noch einige Hinweise geben, wie ihr schon heute an morgen denken könnt. Sich mit dem eigenen Alter und körperlichen Gebrechen auseinander zu setzen ist nie schön. Um aber das Geld eurer Zukunfts-Ichs zu sparen, macht es unbedingt Sinn ein paar Dinge schon jetzt mit einzuplanen.

  • Ebenerdige Erschließung: wenn es wegen dem Geländeverlauf auf dem Grundstück nicht unbedingt sein muss, plant keine Stufen zum Eingang!
  • Türbreiten: plant Türen, die mindestens eine Standardbreite von 88,5 cm haben. Das ist zwar nicht behindertengerecht, aber mit einem Rollator kommt man da bequem durch. Wollt ihr rollstuhlgerecht planen, müssen die Türbreiten schon 1,01 m sein.
  • Rollatorgerechtes Badezimmer: Plant nicht nur ein Gäste-WC im Erdgeschoss ein, sondern ein vollwertiges Badezimmer mit ebenerdige Dusche und genügend Platz, dass das Bad auch zwei benutzen können.
  • Zusätzliches Zimmer im Erdgeschoss, das ihr später als Schlafzimmer nutzen könnt.

Wie gingen eure Eltern mit eurem Auszug um? Würdet ihr es anders machen? Braucht ihr noch mehr Infos zum architektonischen Berücksichtigen der verschiedenen Lebenssituationen? Schreibt mir gerne in die Kommentare!

Ihr habt jetzt kleine Kinder und wollt wissen, wie ihr auch für sie das Ideale aus dem neuen Haus herausholen, dann sind diese beiden Blogartikel genau das richtige für euch:

Bauen für Kinder

 

In meinem letzten Blogartikel ging es um das Bauen mit Kindern. Aber das Thema Bauen für Kinder ist mindestens genauso wichtig. Eure Kinder sind gleichwertige Familienmitglieder und ihren Bedürfnissen und Vorlieben muss genauso Rechnung getragen werden, wie euren eigenen. Das wird leider oft vergessen. Eure Kinder werden tagtäglich mit ihrem Haus konfrontiert. Es ist ihre direkte gebaute Umwelt, die sie prägt! Winston Churchill hat mal gesagt (und er hat viele kluge Sachen von sich gegeben): „We shape our Buildings; thereafter they shape us“. Wir gestalten unsere Häuser, danach formen sie uns
Das gilt in ganz besonderem Maße für unsere Kinder!

Das ist neben euren eigenen Ideen und Vorstellungen vom neuen Haus ganz schön viel! Es lohnt sich aber kindgerecht zu planen. Können sich die Kinder mit dem neuen Haus identifizieren, machen sie beim Bau gut mit und sehen dem Umzug freudig entgegen. Sie empfinden es weniger als Einschnitt in ihrem Leben.

Bei diesem Blogartikel habt ihr erfreulicherweise mal weniger zu lesen, dafür mehr zu schauen! Bitte nicht alles zu ernst nehmen 😉

Sicher Bauen – und die begrenzten motorischen Fähigkeiten

Da ihr normalerweise auch vorher schon mit den Kindern zusammen gewohnt habt, kennt ihr ja die üblichen Tricks, um eine Wohnung kindersicher zu machen. Daher werde ich auf Steckdosenschutz, befestigte Schränke und die sichere Verwahrung von gefährlichen Stoffen und Geräten nicht eingehen.
Aber bei der Planung eures eigenen Reichs, wollt ihr ja nicht unbedingt gefährliche Fallen einbauen, nur weil ihr aus Gestaltungsgründen die Kinderaspekte völlig übersehen habt.

Auch wenn freie Wendeltreppen, freischwingende Stufen oder minimalistische Geländer toll aussehen, empfiehlt es sich bei der Planung immer zu fragen: Ist das für die Kinder geeignet, lassen sich Treppengitter befestigen, können die Kinder die Treppe sicher benutzen?
Armaturen in Küche und Bad sollten mit eingebautem Verbrühschutz gekauft werden.
Grifflose Schränke liegen seit Jahren im Trend. Beim Kauf empfehle ich darauf zu achten, dass das Öffnen der Schränke trotzdem intuitiv möglich ist. Können auch kleine Kinder sie aufbekommen? Solltet ihr beabsichtigen die Kinder irgendwann in die häuslichen Pflichten mit einzubeziehen, ist es ratsam Schränke zu wählen, die die Kinder auch bedienen können ;-).

Bauen für die Familie

Für Kinder bauen heißt ja auch für das Familienleben bauen. Der Alltag sollte gut zu bewältigen sein, und Wege so kurz wie möglich geplant werden. Das ist besonders in der Küche wichtig. Dafür ist auch genügend Stauraum in Griffreichweite wichtig. Es bringt nichts, wenn ihr im Keller oder unter dem Dach kubikmeterweise Stauraum zur Verfügung habt, wenn das dort verstaute so weit entfernt ist von da, wo man es ständig braucht. Es ist dann nicht nur gut verstaut sondern auch bald verstaubt ;-).

Familientisch

Der Mittelpunkt eures alltäglichen Familienlebens ist der Familientisch. Entweder ihr plant einen Tisch zusätzlich zum Alltagsesstisch nahe der Küche oder einen großen mit mehr Plätzen als notwendig. Hintergrund dieses Tipps: die Hausaufgaben oder die Bastelarbeiten können auch mal liegen bleiben, wenn gegessen wird. Es entspannt unheimlich das Zusammenleben, wenn ihr die Kinder nicht immer wieder an das Aufräumen erinnern müsst, weil es platzmäßig einfach egal ist. Das sollte natürlich nicht dazu verführen einen wachsenden Stapel an Kram zu tolerieren.

Platz im Eingangsbereich

Sehr von Vorteil ist auch ein großzügiger Eingangsbereich, wo man sich ohne Platzmangel die Schuhe ausziehen und auch direkt verstauen kann. Wenn ihr viele Jacken und Mäntel habt, könnt ihr z. B. zwei Garderoben einplanen. Eine zum Trocknen von nassen Jacken und eine, die in einem Garderobenschrank versteckt ist. Beide sollten natürlich auch von kleinen Kindern erreicht werden können.

Eine kleine Bank ist nicht nur für die Kleinen hilfreich zum Schuhe an- und ausziehen.

Achjaaa, Kinder sind ja kleiner…

Bitte vergesst nicht, dass Kinder die meiste Zeit, in der sie bei euch wohnen, eine geringere Körpergröße haben. Dem kann man mit Miniaturausgaben von Toilette, Waschbecken und Küche begegnen. Das ist aber sehr teuer und wenn die Kinder groß sind, muss man wieder umbauen. Deshalb macht das auch keiner 😉 oder man überlegt sich flexible Lösungen ohne immer nur einen Plastikhocker bemühen zu müssen.
Zum Beispiel mit begehbaren Erhöhungen in Bad und Küche.

Gemeinschaftsbereich

Natürlich haben die Kinder eigene Zimmer, dennoch spielt sich ein Großteil des Familienlebens in einem Gemeinschaftsbereich ab (auch Wohnzimmer oder Wohnküche genannt). Oft sind die Treppen in modernen Einfamilienhäusern in diesem zentralen Raum untergebracht.
Die können auch optimal zum Spielen und Lagern genutzt werden.

Bank im Wohn- Essbereich (auch zum Lagern, wenn geschlossen)

Tiefe Fensterlaibungen sind auch für Erwachsene schön

Geteilter Spielbereich

Bei euch soll jedes Kind sein eigenes Zimmer erhalten, ihr habt aber nicht viel Platz für große Kinderzimmer? Dann ist ein gemeinsamer Spielbereich die Lösung. Die Kinderzimmer sind dann wirklich nur Rückzugsräume und zum Schlafen, gespielt wird dann aber woanders und gemeinsam.
Eine Möglichkeit: ein offener Flur im Obergeschoss. Bei kleinen Kindern muss dann der Treppenabgang aber definitiv gesichert werden.

oder im Spitzboden

oder ein eigener Raum

Im gemeinsamen Wohnbereich müssen Kinder Ordnung halten! (Öhm, ihr auch 😉 sonst machen es die Kinder erst recht nicht)
Bei hohen Räumen gibt es aber eine Möglichkeit sowohl die natürliche Nachlässigkeit der Kinder, was Ordnung anbelangt als auch eure Ordnungsliebe unter einen Hut zu bringen: ein unsichtbarer Spielbereich über einem Funktionskern. Dabei ist der besondere Witz, dass die Deckenhöhe auf dieser Empore nur so hoch ist, dass die Kinder bis zu einem gewissen Alter dort im Stehen spielen können. Es ist also ihr Bereich im Gemeinschaftsraum. Dort kann es auch mal unordentlich bleiben und man hat die Kinder trotzdem immer in Hörreichweite.

Spieltrieb und Bewegungsdrang fördern

Kletterwand im Kinderzimmer

Bemalbare Wandteile (Tafelfarbe)

Eine Rutsche bietet sich am Hochbett an. Oder, wenn ihr selbst noch einen ausgeprägten Spieltrieb habt, sogar vom OG ins EG! (Eine solche Rutsche sollte dann aber ohne viel baulichen Aufwand auch ausbaubar sein, wenn die Kinder groß sind.)

Geteilte Kinderzimmer

Ein gemeinsames Kinderzimmer ist bestimmt oft schön. Genauso oft aber total blöd. Dann brauchen Kinder einen Rückzugsort, der nur ihnen gehört. Das Bedürfnis nach Verkriechen muss befriedigt werden, wenn das Projekt „gemeinsames Kinderzimmmer“ gelingen soll.
Das geht zum Beispiel mit Alkofen, Höhlen und Tunnels.

Wenn die Kinder noch sehr klein sind, kann ein gemeinsam genutzter Schlafraum das Gemeinschafts- und Verbundenheitsgefühl der Geschwister fördern. Das ist wie bei vielen anderen Erziehungsentscheidungen jedoch ganz stark Ansichtssache. Einige meinen ein Kind braucht von Geburt an sein eigenes kleines Reich, andere lassen alle Kinder, selbst wenn es drei oder vier sind, bis sie elf/ zwölf sind zusammen in einem Zimmer schlafen und wohnen. Mein Mann und ich sind Vertreter der zweiten Gruppe und möchten es mit unseren beiden Jungs so machen (wenn die Kinder es auch wollen). Ich könnte mir sogar vorstellen, dass solange die Kinder sehr klein sind, auch das Schlafen in einem Bett für die Verträglichkeit sehr gut sein könnte. Wir werden es ausprobieren. z.B. so:

 

Für das Schlafen in einem Zimmer kommen die klassischen

Etagenbetten (eingebaut oder nicht) in Frage

oder Lösungen nebeneinander.

Dann kann zumindest kein Streit aufkommen, wer oben schlafen darf (oder muss).

Wandgestaltung im Kinderzimmer

Hier gilt: die oberflächliche Gestaltung sollte ohne viel Aufwand an den sich wandelnden Geschmack der Kinder anpassbar sein. Das Kinderzimmer einer früheren Freundin war komplett mit einer Pferdetapete zugekleistert. Klar, meine Freundin hat sich diese Tapete natürlich selbst ausgesucht, weil sie mit acht Jahren eben ein Pferdefan war. Mit 15, als der erste Freund mal zu Besuch kam, war sie von der Idee aber nicht mehr so begeistert. Letztendlich hat sie in dem Pferdezimmer gelebt, bis sie ausgezogen ist.
Wenn es eine bestimmte lustige Kindertapete sein soll, immer gerne, aber bitte nicht alle Wände inkl. Laibungen und Schrägen damit tapezieren. Die Vorlieben der Kinder werden sich wandeln, auch wenn sie sich das jetzt noch nicht vorstellen können. Aus dem Kleinkinderzimmer soll auch irgendwann ein cooles Jugendzimmer werden.

Ordnung halten

Jeder, der Kinder hat weiß: mit Kindern kann man sich von einer aufgeräumten Wohnung verabschieden. Aber es gibt Möglichkeiten das Ordnunghalten auch für Kinder zu erleichtern.
Eine einfache, wenn auch etwas gefuschte Möglichkeit ist es, bestimmte Bereiche, die anfällig sind für Unordnung, hinter Türen und Klappen verschwinden zu lassen.

Warum kein begehbarer Kleiderschrank auch für‘s Kind?

So können die Arbeitsbereiche der Kinder (Hausaufgaben, Basteln, Computer) in einem Schrank verschwinden

Viel Stauraum, der sich in Schubladen oder unter eingebauten Betten befindet, lässt es durch die glatten Flächen auch viel aufgeräumter aussehen.
Alles muss einen eindeutigen Platz haben, woran auch ihr Eltern euch halten müsst. (Ich weiß wie schwer das ist.) Nur dann kann euer Kind wirklich lernen Ordnung zu halten.

Insgesamt ist es wichtig die Kinderzimmer mit in das innenarchitektonische Konzept einzubeziehen. Einbaumöbel mit Bett, Schrank und Stauraum für Spielsachen sind immer eine schöne Sache, bei geteilten Kinderzimmern, aber umso wichtiger, damit jeder auch wirklich seinen eigenen Bereich hat, indem er sich verkriechen kann.

Und draußen?

Mindestens so, oder?

Naja, das muss nicht unbedingt sein. Aber bitte den Außenraum genauso ins Konzept integrieren, wie den Innenraum. Nichts ist doch hässlicher als ein paar lieblos verstreute Spielgeräte im Garten und ein vergammelndes Trampolin.

Irgendwann sind sie groß…

Ja, irgendwann werden die lieben kleinen zu nörgeligen Teenagern und dann dauert es nicht mehr lange, bis sie weg sind. Je nachdem wie viele Kinder ihr habt, ist das Haus dann viel zu groß.
Es gibt verschiedene Wege damit umzugehen, grundsätzlich gilt aber sich bei der Planung eures Hauses schon Gedanken zu machen, selbst wenn die Kinder noch Babys sind.
Dazu werde ich in Kürze einen eigenen Blogartikel schreiben.

Was hättet ihr euch für euer Haus und euer Zimmer gewünscht als ihr noch Kinder wart? Wie viel Entscheidungskompetenz kann man Kindern gewähren? Was ist Deine Meinung? Schreib es mir in die Kommentare.

Hausbau mit Kindern

Haus Bauen mit Kindern – Spaß statt Stress

Wer wünscht sich nicht, dass seine Kinder idyllisch im eigenen Garten spielen können?

In der Familiengründungsphase zu bauen ist ein günstiger Zeitpunkt: Man hat durch einige Jahre im Berufsleben schon einiges Eigenkapital aufgebaut und wegen dem Familienzuwachs müsste man sowieso umziehen, da der Leidensdruck in der Mietwohnung einfach zu groß wird. Darüber hinaus möchte man sich nach Jahren in einer Mietwohnung auch mal gestalterisch austoben. Und ihr (und die Kinder) habt am meisten vom Eigenheim, wenn ihr mit möglichst kleinen Kindern baut oder kauft.

Karriere – Haus – Kinder

Das ist doch die ideale Reihenfolge, oder? Meistens läuft das Leben aber nicht strikt nach Plan. Nicht jeder ist in der luxuriösen Situation den Nestbau vor dem Kinderkriegen abzuschließen. Ein Großteil der Bauherren, die ein Eigenheim bauen, haben bereits Kinder. Die Sorge ist dann schnell da, ob man den Hausbau mit ein oder zwei Kindern überhaupt schafft. Kinder bilden doch einen zusätzlichen Stressfaktor beim Hausbau, oder?

Lies weiter, damit du lernst, wie schön und lustig das Bauen mit Kindern sein kann!

Wie immer ist alles eine Frage der Einstellung und der Organisation. Wenn ihr z. B. der Meinung seid, dass Kinder nicht auf die Baustelle gehören, dann wird es bestimmt schwierig eine dauerhafte Betreuungsmöglichkeit während der Bauphase zu finden. Dann muss Mama vielleicht mit den Kindern in der alten Wohnung bleiben und kann nicht mithelfen, und irgendwann wird Papa knatschig, weil er sich mit der Baustellenarbeit im Stich gelassen fühlt.
Also nicht vergessen: Macht euch vor dem Bau klar, welche Vorstellungen und Erwartungen ihr habt und gleicht sie mit eurem Partner ab. So könnt ihr schon früh sicherstellen, dass später kein Frust entsteht.

Bauen mit Kindern? Nicht nur an die Baustelle denken!

Zunächst muss das Haus aber mal geplant werden. Achtet dabei in eurem und dem Interesse der Kinder auf folgende drei Dinge:
1. Die Kinder können und sollten, je nach Alter, in den kreativen Entstehungsprozess des Hauses und des Grundrisses mit eingebunden werden.
2. Die Belange und besonderen Bedürfnisse der Kinder müssen berücksichtigt werden.
3. Denkt schon in der Planungsphase darüber nach, was mit dem Mehr an Raum passiert, wenn die Kinder mal ausgezogen sind.
Das ist neben euren eigenen Ideen und Vorstellungen vom neuen Haus ganz schön viel! Es lohnt sich aber die Kinder aktiv mit einzubeziehen und kindgerecht zu planen. Wenn sie sich mit dem neuen Haus identifizieren können, geht die Planungs- und Bauphase für alle Familienangehörigen stressfreier über die Bühne.

Gimme Money – Förderungen

Auch in finanzieller Hinsicht lohnt sich das Bauen mit Kindern. Viele Kommunen und auch andere Institutionen bieten Förderungen für Familien mit Kindern an, die sich am jeweiligen Standort ansiedeln. Oft spielt das Einkommen auch eine Rolle. So werden besonders einkommensschwache Familien gefördert. Bei den Förderungen von Kommunen handelt es sich meist um Anreizförderungen in ländlichen Regionen.
Die Förderungen umfassen sowohl Nachlässe beim Kauf von Gemeindegrundstücken je Kind, zinsgünstige Kredite und Zuschüsse. Selbst ungeborene Kinder können bei einigen Förderprogrammen mit berücksichtigt werden.

Die Fördermöglichkeiten können sich nach Bundesland und Kommune sehr stark unterscheiden, deshalb findet ihr am Ende des Artikels einen Link zu Datenbankseiten über Fördermöglichkeiten in eurem Ort.

Stressfaktor Kinder

Der Bau eines Eigenheims ist immer eine Ausnahmesituation. Wahrscheinlich werden sich Sorgen, Vorfreude, Leistungsdruck, Stress usw. nie mehr in eurem Leben so häufen, wie in dieser Zeit. Dass ihr euch auch noch um die Kinder kümmern müsst, macht das Ganze nicht leichter. Umso wichtiger ist es, dass ihr euch gut auf diese Zeit vorbereitet habt. (Holt euch als ersten Schritt die große Checkliste VOR dem Hausbau)
Diese Tipps helfen euch die anstrengende Zeit zu meistern:

  • Den Kindern erklären, dass es eine schwere Zeit ist, die auch wieder vorbei geht.
  • Ihnen erklären, dass sie durch Gehorsam (oh Gott das hört sich schrecklich an, aber so ist es doch!) aktiv zur Entspannung der Situation beitragen können.
  • Den Kindern versichern, dass sie (meistens ;-)) nicht an eurer Gereiztheit schuld sind.
  • Kurbelt die Vorfreude auf das neue Haus an. Z.B. indem ihr euch statt der gute Nacht Geschichte gemeinsam schöne Situationen in dem Haus ausmalt.
  • Wenn ihr die Möglichkeit habt, entlastet euch so oft es geht und lasst die Kinder während der Bauphase bei Oma und Opa.
  • Bezieht die Kinder in die Planung und auf der Baustelle mit ein.
  • Eure Partnerschaft pflegen!!! Nehmt euch Zeit für die Partnerschaft, geht ohne Kinder Essen, macht ab und zu ruhige Abende, wo nicht über den Bau gesprochen wird.

Wenn ihr noch weitere Tipps habt, wie man die Überlastung in einer Bauphase mit Kindern abfedern kann, dann schreibt sie mir gerne in den Kommentaren.

Kinder mit in die Planung einbeziehen

Kinder sind kreativ. Das solltet ihr nutzen! Wenn ihr am Wochenende über euren Skizzen und Plänen brütet, erklärt den Kindern unbedingt, was ihr da macht und worum es geht. Schließt sie bitte nicht aus! Sonst entwickeln sie eine Trotzhaltung gegen das Haus und sie können sich nicht so gut damit identifizieren. Bietet den Kindern ein gewisses Mitspracherecht an. Dafür ist es unerlässlich, dass ihr sie von Beginn an mit einbezieht und ihr sie nicht vor vollendete Tatsachen stellt.
Möglichkeiten eure Kinder mit entwerfen zu lassen:

  • Lage und Größe des Kinderzimmers,
  • Möblierung des Kinderzimmers,
  • Gestaltung eines separaten Spielbereichs (ermöglicht kleinere Kinderzimmer).
  • Bei einem gemeinsamen Kinderzimmer: Lage der persönlichen Bereiche.
  • Wenn es ein eigenes Kinderbadezimmer geben soll: Aufteilung des Badezimmers.
  • Wenn die Kinder Fragen haben, die ihr von der technischen Seite her nicht beantworten könnt, dann nehmt die Kinder auch ruhig mal mit zum Architektengespräch und lasst sie die Frage dem Architekten stellen.

Bei allem anderen, was eure Bereiche angeht, kann man sie bei dem ein oder anderen Detail auch um eine Meinung bitten. „Soll der Tisch besser quer oder längs stehen?“

In Diskussionen um Entwurfsvarianten empfiehlt es sich, dass ihr den Kindern die Varianten und die Unterschiede erklärt (so setzt ihr euch auch selbst intensiv mit den Möglichkeiten auseinander) und sie dann nach dem Favoriten fragt. Wenn ihr euch dann gegen den Favoriten der Kinder entscheidet, erklärt ihnen bitte, warum ihr so entschieden habt und welche entscheidenden Vorteile der gewählte Entwurf hat. So erlernen sie Kompromissfähigkeit, die bei dem Bau eures Einfamilienhauses unerlässlich ist!

Kinder auf der Baustelle

Oft wollen Kinder aktiv helfen. Das solltet ihr fördern und nicht mit ständigen Ermahnungen ausbremsen. Größere Kinder können schon einfache Aufgaben erledigen z.B. Steine aufstapeln, Sand in eine Schubkarre schaufeln (wenn es nicht schnell gehen muss), den Bürgersteig kehren, einen LKW „einweisen“, Werkzeuge holen usw. eurer Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt, vorausgesetzt die Aufgaben sind körperlich nicht zu anstrengend, erfordern weder Fachkenntnis noch zu großes Geschick und müssen nicht schnell gehen. Wenn das Kind dann von euch die Anerkennung bekommt, dass seine Arbeit ein wertvoller Beitrag zum Hausbau war, dann wird es sich mit Elan und Ausdauer beteiligen.

Kleinkinder können aber auch mitmachen. Gebt ihnen Kinderwerkzeuge in die Hand oder ungefährliches echtes Werkzeug und gebt auch den Kleinen Aufgaben. Sie können zum Beispiel Schrauben „nachziehen“, mit dem Spielzeugbagger Sand hin und her bewegen oder auch einfach nur mal Zuschauen, wie Papa mit der lauten Bohrmaschine Löcher bohrt.

Bei den kleineren Kindern (ca. 2,5 bis 6 Jahre) dürft ihr natürlich keine allzu große Ausdauer erwarten, aber wenn ihr ihnen immer mal wieder eine andere Aufgabe gebt, sind sie vielleicht auch ein paar Stunden beschäftigt. Wichtig ist, dass ihr ihnen klare und einfache Anweisungen gebt. Zwischendurch dürfen sie dann auch ruhig mal spielen. Denkt dafür bitte daran Spielsachen mitzunehmen, die auch dreckig werden dürfen.

Außerdem: Die Bauphase ist auch ideal, um mit den Nachbarskindern in Kontakt zu kommen.

Sicherheit geht vor

Bei allem Spaß an der Arbeit: Sicherheit geht vor. Wenn ihr selbst auch mit Hand anlegt, könnt ihr mit den Augen nicht überall sein, deshalb sollten alle Gefahrenquellen möglichst ausgeschlossen oder minimiert werden.

  • Die provisorischen Treppengeländer so herstellen lassen, dass auch die Kleinen sicher die Treppe gehen können.
  • Gleiches gilt für alle anderen Absturzsicherungen an Galerien, bodentiefen Fenstern, Balkonen etc.
  • keine Teppichmesser und andere spitze Gegenstände herumliegen lassen.
  • Elektrischen Geräte, wie Bohrmaschinen, Schleifgeräte, Flex oder Stemmhammer müssen nach Gebrauch immer ausgesteckt werden.
  • Nehmt die Kinder nur mit zur Baustelle, wenn keine Handwerker da sind. Sonst müsst ihr auch noch darauf achten, dass die Bauarbeiter sich kindersicher verhalten.
  • Nehmt vielleicht Oma und Opa als zusätzliche Augenpaare mit auf die Baustelle, damit die Kinder reihum „bewacht“ werden können.

Grundsätzlich sollten die Kinder, wenn sie auf die Baustelle mitgenommen werden, entweder in einem Alter sein, wo sie noch im Kinderwagen, Maxi Cosi oder Tragetuch bleiben können (bis ca. 9 Monate) oder so verständig sein, dass man ihnen Sachen erklären kann (ab ca. 2,5 Jahren). Sie sollten sich darüber bewusst sein, dass es auf einer Baustelle gefährlich ist und sie auf die Eltern hören müssen. Das bedeutet, dass Krabbelkinder und Kinder unter 2,5 Jahren auf einer Baustelle niemals aus den Augen gelassen werden dürfen. Das variiert altersmäßig natürlich. Nur ihr könnt einschätzen, wie weit euer Kind ist.

Die Risiken für die eigenen Kinder und die eigene Sicherheit bei Eigenleistungen können zwar nicht versichert werden. Dennoch rate ich zu einer Bauherrenhaftpflichtversicherung. Damit werden Personenschäden an Dritten abgesichert, für die ihr sonst ein Leben lang haften müsstet. Auch Sachschäden z.B. an Nachbarhäusern oder parkenden Autos sind darüber versichert.

Hier nun, wie versprochen, die Übersicht der Fördermöglichkeiten.
Wenn ihr noch Fragen habt, wie ihr eure Kinder vernünftig miteinbezieht, dann meldet euch gerne über die Kommentare.
In Kürze kommt der Blogartikel „Bauen für Kinder“. Darin geht es darum, welche Belange und Bedürfnisse Kinder für ihre Zimmer und die gemeinschaftlich genutzten Bereiche haben.
Im Übrigen weiß ich, wovon ich spreche. Ich bin selbst Mama eines 3 Jährigen Energiebündels namens Karl und Ende Mai kommt das Zweite 🙂

Keine Angst vor Kostenfallen beim Hausbau! 5 erstaunliche Tipps für die Einhaltung des Budgets

Teil 3 der Blog-Serie „Budget, Finanzierung und Kostenfallen – Baukosten von Anfang an im Blick“

In den ersten beiden Teilen dieser Blog-Serie ging es ja bereits um die Budgetermittlung und die Wunschfinanzierung. Nun geht es darum, dass das Geld, was man vom Finanzierer bekommt, auch reicht.

Hier findest du Teil 1 und Teil 2 der Serie.

Hier lernt ihr wie ihr ruhig und ohne Angst vor Kostenfallen oder Nachfinanzierungen in euer Bauvorhaben starten könnt. Ihr erfahrt alles, was ihr vor der Planung von eurem Eigenheim wissen müsst, um Kostensteigerungen zu vermeiden.

Tipp 1: Nachfinanzierung verhindern!

Wenn es der Fall ist, dass Kosten nicht berücksichtigt wurden oder zu gering angesetzt waren, oder es zu unerwarteten Kostensteigerungen kommt, bleibt nach meiner Erfahrung oft nur die Nachfinanzierung. Diese Notsituation der Bauherren nutzen die Banken aus und gewähren die Nachfinanzierung nur zu deutlich schlechteren, also teureren Bedingungen, als die Grundfinanzierung. Das hat immer höhere Raten und eine längere Laufzeit zur Folge. Die Zinsen für die gesamte Laufzeit sind auch deutlich höher. Insgesamt also eine Win-Situation für die Banken und eine Loose-Situation für Euch. Wobei man gerechterweise auch dazusagen muss, dass für die Banken bei Baukostensteigerungen ja auch das Risiko steigt. Insbesondere dann, wenn keine Wertsteigerung damit einhergeht.

Die Nachfinanzierung gilt es jedenfalls in eurem Interesse zu verhindern!

Lasst, wie im letzten Artikel beschrieben, die angebotene Finanzierung von einem unabhängigen Finanzberater überprüfen. Sind alle Kosten berücksichtigt? Sind die Sicherheitspuffer für unvorhergesehenes groß genug? Sind die Betriebsnebenkosten für euch neben der Rate bezahlbar? Ein unabhängiger Berater rechnet in Eurem Sinne, nicht im Sinne einer Bank! Das solltet Ihr auf jeden Fall tun, auch wenn das ein bisschen was kostet. Damit seid ihr schlicht auf der sicheren Seite.
Nicht zuletzt: Informiert euch selbst vor der Planung, welche Kosten steigernden Faktoren es zu vermeiden gilt und wie ihr insgesamt kostensparend bauen könnt. Investiert da in euer Wissen, denn am Ende könnt ihr nur euch selbst zu 100 % vertrauen.
In meinem Blog werde ich in nächster Zeit einen Artikel zum kostensparenden Bauen veröffentlichen!

Tipp 2: Auf Transparenz achten!

Cui bono?

Egal für welchen Baupartner Ihr Euch entscheidet, fragt Euch immer: Cui bono? oder auf Deutsch: Wem nützt das?
Was ich damit sagen will: Jeder handelt in irgendeinem Interesse. Sei es im eigenen Interesse, im Interesse des direkten Auftraggebers oder im Interesse dessen Auftraggebers. Für das Vertrauen ist es enorm wichtig zu wissen, in wessen Interesse jemand handelt. Baut ihr mit einem Bauträger, dann beauftragt der auch die Handwerker. Das heißt der Bauträger bezahlt auch die Rechnungen der Handwerker. Für wen wird der Handwerker also arbeiten? Na klar, für den Bauträger und nicht für euch. Anders sieht das auch, wenn ihr den Handwerker selbst beauftragt. Dann bezahlt Ihr ihn und er wird sich Mühe geben gute Arbeit abzuliefern, damit ihr ihm nicht die Rechnung kürzt und ihn vor allem weiterempfehlt.

Warum erzähle ich euch das jetzt?

Naja, Kostenfallen entstehen immer da, wo Leistungen intransparent angeboten werden. Und sie sind immer dann intransparent, wenn der Anbieter nicht in eurem Interesse handelt. Das gilt im übrigen auch für Subunternehmer, die nicht in eurem direkten Auftrag arbeiten, sondern vom Auftragnehmer unterbeauftragt sind. Sie müssen sich mit dem direkten Auftragnehmer die Marge teilen. Daraus ergibt sich bereits der Zwang zu Einsparungen, die nur zu euren Kosten gehen können. Daher empfiehlt es sich bei der Auftragsvergabe Subunternehmer vertraglich auszuschließen.
Grundsätzlich ist es also am besten wenn Handwerker, Planer und Bauleiter in eurem direkten Auftrag handeln. So sind Konflikte mit den Interessen Dritter leichter auszuschließen. Der Prozess wird für euch transparenter und die Auftragnehmer bieten (hoffentlich) vollumfänglich an.

Tipp 3: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Wenn der Handwerker genug Aufträge hat (was zur Zeit meistens der Fall ist) und auf eure Empfehlung pfeift, kann es euch genauso gut passieren, dass er nicht vollständig anbietet auch wenn ihr ihn direkt beauftragt. Deshalb ist es wichtig einige Dinge zu beachten und vor allem nach dem Grundsatz: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser zu handeln.

Das A und O: vollumfängliche Angebote

Fragt euch bei allen Angeboten aber vor allem bei Fertighausanbietern und Bauträgern: Sind die Bauleistungsbeschreibung ausführlich und vollständig? Was ist enthalten, was nicht? Ist alles verständlich und transparent? Lasst euch die Vertragsgrundlagen VOR Vertragsunterzeichnung aushändigen. Nehmt euch die Leistungsverzeichnisse und Beschreibungen mit nach Hause und geht sie in aller Ruhe durch. Bei den genannten Anbietern ist es Teil der Strategie, dass ein Haus schlüsselfertig angeboten wird. Das heißt aber noch lange nicht, dass ihr dann auch einziehen könnt. Zur Erreichung der Kampfpreise wird oft einfach nicht alles angeboten, was für ein bewohnbares Haus notwendig ist.

Darüber solltet ihr euch bewusst sein!

Egal ob ihr ein Ausbauhaus kauft oder ein wirklich fertiges Haus haben wollt, in das ihr einfach einziehen könnt, die Prüfung der Vertragsunterlagen und der Bauleistungsbeschreibung durch einen unabhängigen Bauherrenberater lohnt sich auf jeden Fall. Und zwar VOR Vertragsschluss! Der Berater kann erkennen, welchen Ausbauzustand euer Haus gemäß der Bauleistungsbeschreibung haben wird und ob auch sonst alles drin ist, was ein Haus braucht. Fehlt etwas, könnt ihr nachverhandeln. Wenn ihr die 100-300€ in die unabhängige Prüfung investiert, spart ihr fast immer mehr Baukosten wieder ein. Absolut wird nicht zwangsläufig gespart, da es sich meistens um sogenannte „Ohnehin-Kosten“ handeln kann. Diese wären also ohnehin auf euch zugekommen. Nur wisst ihr es bei vorheriger Berücksichtigung auch und könnt für die Finanzierung damit rechnen oder die Planung ggf. noch einmal anpassen.
Nach Angaben des VPB (Verband privater Bauherren) kommen bei Angeboten von Bauträgern oder Generalunternehmern im Schnitt nochmal 25.000€ oben drauf. So ist die Nachfinanzierung ohne vorherige Prüfung ja beinahe unumgänglich!
Oft kommt bei der Prüfung aber auch heraus, dass das Haus vom Bauträger oder Fertighausanbieter gar nicht mehr viel billiger ist, als ein individuell geplantes vom Architekten. Zu dem Thema Werbetricks der Fertighausanbieter werde ich in Kürze auch einen Blogartikel veröffentlichen.

Bezahlen gemäß Baufortschritt

Achtung, jetzt kommt, etwas sehr wichtiges: Geht niemals in Vorleistung!

Bei Vertragsabschluss solltet ihr unbedingt darauf achten, dass keine Klauseln eingebaut sind, die Vorauszahlung in gewissem Maße mit einschließen. Es sollte ein in sich logischer Zahlungsplan im Vertrag vereinbart werden. Um als Laie abschätzen zu können, wie weit der Bau denn nun fortgeschritten ist und ob die Forderungen berechtigt sind oder nicht, empfiehlt es sich auch hier wieder einen unabhängigen Baubegleiter einzuschalten. Die Kosten dafür werden von der KfW https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/Förderprodukte/Energieeffizient-Bauen-und-Sanieren-Baubegleitung-(431)/ gefördert.
Die Arbeit des Baubegleiters wird beträchtlich vereinfacht und zuverlässiger, wenn er seine Prüfungen auf Grundlage der Ausführungsplanung machen kann. Die Pläne der Entwurfsplanung, die ihr euch vor Vertragsschluss ja habt übergeben lassen, sind dafür zu grob. Besteht also auch nach Vertragsabschluss darauf, dass euch relevante Unterlagen zugänglich gemacht werden.

Den zusätzlichen Baubegleiter braucht ihr nicht, wenn ihr mit Architekt arbeitet, da dieser ja sowieso die Bauleitung macht und die Rechnungen der Handwerker immer in eurem Interesse prüft. Er gibt also nur Zahlungen frei, die auch berechtigt sind.

Lasst euch eine Baufertigstellungsbürgschaft vom Bauunternehmer geben! Sie sichert die Insolvenz des Bauunternehmers ab.
Hier findet ihr noch weitere Informationen, welche Unterlagen ihr euch von den Vertragspartner aushändigen lassen solltet:
vpb.de/Bauunterlagen

Tipp 4: Bauzeit einhalten

Eine der wichtigsten und größten Kostenfallen ist die Überschreitung der Bauzeit. Nicht nur, dass die Bank Bereitstellungszinsen verlangt, wenn das Geld nicht nach Plan abgerufen wird. Auch habt ihr eine Doppelbelastung von Miete und Rate, wenn die Fertigstellung des Hauses zeitlich hinter den vereinbarten Rückzahlungsbeginn rutscht. Von den zusätzlichen Baukosten durch längere Standzeiten von Kran und Gerüst ganz zu schweigen. Ihr könnt euch einfach merken: Bauzeitverlängerung kostet immer extra!

Mittel der Wahl: Bauzeitenplan

Deshalb ist es wichtig, dass ihr Wert auf einen qualifizierten Terminplan legt! Dieser ermöglicht erstens die detaillierte Planung der Bauabläufe und dient zweitens dem Controlling. Wenn Ihr mit Architekt baut, kann es sein, dass dieser von sich aus keine ausführliche, sondern nur eine grobe Terminplanung macht. Sprecht ihn schon früh darauf an, dass eine kurze aber realistische Bauzeit, die auch eingehalten wird, für euch essentiell ist. Besteht auf die Anfertigung eines qualifizierten Bauzeitenplans. Dieser ist Teil der honorierten Leistungen nach der Honorarordnung der Architekten (HOAI), verursacht also keine zusätzlichen Kosten.
Bei Bauträgern und Fertighausanbietern ist es oft Teil des Marketings, dass mit kurzen Bauzeiten geworben wird. Trotzdem müsst ihr selbst, auch bei diesen Baupartnern die Termine immer im Blick haben und, wenn nötig, Verzögerungen anmahnen.

Eigenleistung nicht überschätzen!

Wenn ihr mit Eigenleistung plant, dann plant realistisch. Habt ihr die Zeit, die Fähigkeiten und die Lust am Wochenende und nach Feierabend richtig rein zu klotzen? Könnt Ihr euch an den Terminplan halten? Wenn nicht, verschuldet ihr möglicherweise selbst die Bauzeitverlängerung. Wart ihr schon mal handwerklich aktiv? Wenn nicht, dauert die Eigenleistung garantiert länger, als ihr dafür einplant.
Besser ihr plant von vornherein so viel oder wenig Eigenleistung ein, dass ihr das auch schaffen könnt, als später in Zeitnot noch jemanden für den Putz oder die Fliesen finden zu müssen. Das wird garantiert teurer, als wenn ihr diese Leistungen von vorn herein mit ausgeschrieben hättet.

Tipp 5: Gute Kostenplanung mit Erfolgshonorar

Beim Bauen mit Architekt solltet ihr von Anfang an auf eine qualifizierte Kostenplanung beharren. Im Gegensatz zum Bauen mit Fertighausanbietern oder Bauträgern steht beim Architektenhaus kein Festpreis dran. Also müssen von Beginn an die Kosten und das Budget immer fest im Blick bleiben. Euer Architekt kann als Mensch vom Fach immer geeignete Maßnahmen vorschlagen, wenn die Planung droht, das Budget zu überschreiten. Diese Maßnahmen funktionieren dann oft so gut, dass es sogar eine deutliche Budgetunterschreitung gibt!
Zwar sollte es selbstverständlich sein, dass ein Architekt sehr kostenbewusst plant und das Budget einhält, dennoch empfiehlt es sich bei Vertragsabschluss einen Erfolgsbonus zu vereinbaren: Sollte es der Architekt schaffen das Budget um 10 oder 20% zu unterschreiten, bekommt er einen vereinbarten Betrag zusätzlich zum Honorar.

Fazit:
Kostenfallen sind also eigentlich leicht zu vermeiden, wenn ihr euch an diese Tipps haltet. Und ganz wichtig: fragt im Zweifelsfall immer noch mal einen Fachmann. Wenn ihr mehr zu versteckten Kosten und Kostenfallen wissen wollt oder von euren eigenen Erfahrungen berichten wollt, hinterlasst mir gerne einen Kommentar. Ich freue mich über euer Feedback.

So bekommt ihr euer Wunschdarlehen – In 5 einfachen Schritten zur perfekten Hausfinanzierung

Teil 2 der Blog-Serie „Budget, Finanzierung und Kostenfallen – Baukosten von Anfang an im Blick“

Hier findest du Teil 1 und Teil 3 der Blog-Serie.

An andere Leute Geld heran zu kommen, ist immer eine Herausforderung. Dabei ist grundsätzlich egal, ob ihr euch Geld bei einem Verwandten oder bei der Bank leiht. Jeder möchte sein Geld auch wieder zurückbekommen und das mit Zinsen.

Was heißt eigentlich Kredit?

Das Wort Kredit leitet sich von dem lateinischen „credere“ ab, was soviel heißt wie glauben, vertrauen. Ihr müsst also vertrauenswürdig sein und das auch eurem Kreditgeber glaubhaft machen können . Das meiste eurer Glaubwürdigkeit liegt in den gespeicherten Daten und Zahlen über euch. Aber auch die persönliche Komponente ist bei der Kreditvergabe nicht zu vernachlässigen. In diesem Artikel erkläre ich euch, was ihr tun könnt, um den bestmöglichen Kredit-Deal zu erhalten.

Bei all den nützlichen Informationen, die ich gründlich recherchiert habe, ist zu bedenken, dass ich Architektin und keine Finanzierungsexpertin bin. Alex Fischer ist aber ein solcher Experte und bündelt wertvolle Inhalte zu Immobilien, Finanzierung und generell Vermögensaufbau auf seiner Seite. Außerdem verschenkt er immer noch sein Buch. Ich habe es selbst zweimal gelesen und unglaublich viel für mich daraus gewonnen. Nicht nur für Immobilien, sondern auch generell für ein besseres Vorankommen im Leben. Hier kannst du es dir kostenlos bestellen. [Provisions-Link, falls du von Alex Fischer etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Damit unterstützt du meinen Blog. Der Preis ändert sich für dich dadurch nicht]

Jetzt aber weiter zu der Finanzierung eures Bauprojektes!

Schritt 1: Achtet auf eure Bonität

Eigentlich beginnt die Vorbereitung für die Finanzierung für ein eigenes Haus schon Jahre vor der ersten Finanzierungsanfrage. Nicht nur mit dem Ansparen von Eigenkapital, sondern auch mit der Pflege der eigenen Bonität. Aber welche Faktoren spielen für eure Bonitätsbewertung eine Rolle?
Einkommen: Verdient ihr genug, um euch ein Haus leisten zu können. Dazu mehr in Schritt 2. Grundsätzlich gilt: Je mehr Geld übrig ist, desto besser für eure Bonität.

Probezeit: Allerdings sehen die Banken es nicht gerne, wenn ihr eine befristete Stelle habt. Leider kann man daran, je nach Branche ja nicht viel ändern. Aber zumindest solltet ihr die Probezeit beendet haben.

Selbständigkeit: Plant einer von euch sich irgendwann selbständig zu machen? Verschiebt das am besten nach den Hauskauf. Finanzierer betrachten eine Selbständigkeit als Risiko.

Eigenkapital: je mehr desto besser für die Kreditkonditionen. Eigenkapital ist nicht nur flüssiges Kapital auf der Bank oder der Bausparvertrag, sondern bspw. auch Eigenleistung, Arbeitgeberkredit, Verwandtenkredit, Vorschuss auf ein Erbe, Lebensversicherungen, Wertpapiere…

Rechnungskauf: Bei Versandhäusern am besten nichts mehr auf Rechnung kaufen. Die Händler stellen eine Bonitätsüberprüfung bei der Schufa, die 12 Monate gespeichert wird.

Ratenkredite: Ratenzahlungen für Konsumgüter (Fernseher, Waschmaschine, Auto etc.) sind tabu. Dadurch werden die Bonität und die angebotenen Kreditkonditionen extrem verschlechtert oder ihr werdet als nicht kreditwürdig eingestuft und bekommt gar kein Darlehen.

Konten und Karten: Hat jeder von euch mehr als 2-3 Konten und Kreditkarten? Bitte die Konten und Kartenanzahl auf das nötigste reduzieren, da zu viele davon den Eindruck erwecken, dass man seine Finanzen nicht im Griff hat. Das wirkt sich auch negativ auf das Bonitäts-Scoring aus.

Kreditanfrage: Stellt so wenig Kreditanträge wie möglich. Kommt bei einem konkreten Kreditantrag kein Kredit zustande, erfolgt ein negativer Schufa-Eintrag. Andere Banken sehen den Eintrag und gehen davon aus, dass die angefragte Bank euch keinen Kredit angeboten hat, weil das Bonitäts-Scoring zu schlecht war. Die Folge ist: es wird immer schwieriger einen Kredit zu bekommen.

Konditionsanfragen: Die Abfrage der für euch geltenden Konditionen für Kredite könnt ihr so oft ihr wollt durchführen, diese sind Schufa-neutral. Auch die Angebote, die aus einer Konditionsanfrage entstehen, werden nicht bei der Schufa gemeldet. Zur besseren Vergleichbarkeit macht es dabei sogar Sinn bei mehreren Banken anzufragen. Achtet aber darauf, dass die Anfrage immer als Konditionsanfrage deklariert ist. Ein Kreditvermittler stellt nur Konditionsanfragen um Angebote der Banken zu vergleichen.

Banken-Wettbewerb: Seid mindestens bei zwei Banken Kunden, dann entsteht ein Wettbewerb zwischen den angefragten Banken.

Schlechte Zahlungsmoral: auch eine schlechte Zahlungsmoral (zurückgegebene Lastschriftmandate wegen fehlender Kontodeckung, Mahnverfahren) wirkt sich negativ auf die Kreditkonditionen aus.

Auch die menschliche Ebene berücksichtigen!

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die menschliche Ebene. Habt ihr einen guten Draht zu eurem Bankberater? Lasst ihr euch nur bei Problemen blicken oder geht ihr auch gelegentlich mit guten Nachrichten in der Bank vorbei (z. B. bei Beförderung oder Lohnerhöhung)? Seht euren Bankberater als einen sozialen Kontakt an, der auch gepflegt werden will. Voraussetzung ist natürlich, dass dieser Bankberater auch Entscheidungskompetenzen bei der Kreditvergabe hat.

Damit ihr wisst, wo ihr gerade bei eurer Bonität steht, macht es Sinn sich eine Schufa-Selbstauskunft einzuholen. Die Bewertung zeigt, ob ihr vor den Konditionsabfragen noch etwas ändern solltet, ob alle Daten aktuell sind oder ob ihr schon jetzt ein Spitzen Bonitäts-Scoring habt. meineschufa.de

Als nächstes kommt die Budgetermittlung. Wie das geht habe ich euch in dem Blogartikel „Wie viel Haus könnt ihr euch leisten? – In 3 einfachen Schritten zum verlässlichen Budget für euer Haus“ erklärt.

Schritt 2: Bank oder Vermittler?

Banken sind an hauseigene Produkte gebunden.
Vermittler haben meist ein großes Portfolio an Kreditinstituten mit denen sie zusammenarbeiten. Oft können Kreditvermittler für das gleiche Produkt günstigere Konditionen einholen, als ihr sie selbst durch Konditionsabfrage erhaltet.

Die weitverbreitete Meinung, dass ein Finanzierungsvermittler nur den Kredit vermittelt, der für ihn die beste Provision bedeutet, lässt sich nicht verallgemeinern. Es gibt immer schwarze Schafe. Doch wenn ihr einen Finanzierungsvermittler über Empfehlungen gefunden habt, könnt ihr annehmen, dass er gewissenhaft und in eurem Sinne arbeitet. Genau wie bei den Banken kann es nicht schaden mehr als einen Vermittler hinzuzuziehen und so für Konkurrenz zu sorgen.

Bei einem Vermittler ist die Beantragung eines KFW-Förderdarlehens in der Regel genauso unproblematisch wie bei der Hausbank. In den Informationen zu den Krediten auf den Seiten der KfW wird immer wieder von der Antragsstellung über die Hausbank gesprochen. Lasst euch davon aber nicht verwirren. Ein Finanzberater oder Kreditvermittler kann genauso gut bei den Konditionenabfragen die Möglichkeiten der KfW-Förderung berücksichtigen.

Solltet ihr dennoch den klassischen Weg über euren Bankberater und eure Hausbank gehen, gibt es dabei auch einiges zu beachten.

Under promise and over deliver

Der entscheidende Bankberater möchte hofiert werden. Bereitet die Unterlagen sauber, leicht verständlich und vollständig auf. Wenn ihr eine Terminzusage tätigt, bis wann ihr eure Unterlagen zusammen habt und abgeben könnt, dann haltet den Termin unbedingt ein! Besser noch: bringt die Unterlagen einen Tag früher in der Bank vorbei. Wenn ihr den Termin nicht einhalten könnt, dann sagt vorher unbedingt Bescheid!

Nicht zu knapp rechnen

Grundsätzlich gilt für alle Finanzberater und Banker: Finanzierungen und Darlehen sind in der realen Finanzierungsanfrage ihr täglich Brot. Aber sie sind eben keine Baufachleute und lassen bei der Budgetplanung die Kosten für Erschließung, Baugenehmigung oder Bodengutachten gelegentlich außer Acht. Außerdem: Wer verdient an einer Nachfinanzierung? Ein Schelm wer Böses denkt, doch zumindest halte ich es für möglich, dass Banken die Finanzierungen absichtlich am Limit laufen lassen. Rechnet also auf keinen Fall Spitz auf Knopf, sondern habt alle möglichen Nebenkosten auf dem Schirm und steht dem Optimismus beim Banker lieber etwas kritisch gegenüber. Auch wenn es schmerzhaft ist, sich eingestehen zu müssen, dass man lieber noch ein paar Jahre Eigenkapital aufbaut, bevor man sich das Haus leisten kann. Das ist immer noch besser, als beim Bauen in den finanziellen Ruin zu rutschen.

Schritt 3: Kreditkonditionen vergleichen

Der effektive Jahreszins, die Tilgungshöhe und -dauer sind natürlich entscheidende Faktoren, bitte überseht aber nicht die anderen Bedingungen:
Zinsbindung: Je länger ihr euch die Niedrigzinskonditionen von heute sichern könnt, umso besser.

Sondertilgung und Vorfälligkeitsentschädigung: Falls ihr aufgrund eines Erbes oder dem Verkauf des Hauses den Kredit früher ablösen könnt oder müsst, verlangen Finanzierer immer auch eine Entschädigung für entgangene Zinsen. Diese sollte natürlich so gering wie möglich sein. Grundsätzlich sollte eine Sondertilgung aber möglich sein. Man weiß ja nie, welches Glück einem im Leben noch zufliegt.

Bereitstellungszinsen: Habt ihr eine Kreditzusage erhalten, ist diese immer an einen bestimmten Auszahlungszeitraum bzw. Auszahlplan gebunden. Verpasst ihr eine Frist, weil das Haus vom Verkäufer noch nicht geräumt wurde oder es zu einer Bauzeitverlängerung kommt, dann werden immer Bereitstellungszinsen fällig. Der Bereistellungszeitraum sollte möglichst lang sein, um Verzögerungen abzufedern.

Beginn der Rückzahlung (Tilgungsfreie Monate oder Jahre): Wenn ihr einen Teil der Kreditsumme über eine Förderbank finanziert, gibt es sehr oft tilgungsfreie Zeiträume. In diesen Zeiträumen müsst ihr nur die Zinsen bezahlen und noch nicht die Kreditsumme tilgen. Die tilgungsfreie Zeit sollte mindestens ein paar Monate betragen, um Verzögerungen zu puffern. Aber nicht mehrere Jahre, weil dadurch nur die Rückzahlungsdauer in die Länge gezogen wird.

Analysieren und Entscheiden

Wägt ab, welches Angebot das beste ist, indem ihr alle Faktoren mit in die Waagschale werft. Vielleicht ist es besser das Angebot mit einer hohen Vorfälligkeitsentschädigung dafür aber sehr niedrigen Kreditzinsen anzunehmen, weil ihr eh keine Erbtante habt. Oder eben umgekehrt. Das solltet ihr euch sehr genau ausrechnen und, auf eure Lebensumstände betrachtet, entscheiden.

Schritt 4: Finanzierung unabhängig prüfen lassen

Wenn ihr euch für ein oder zwei Favoriten aus den konkreten Darlehensangeboten (aus der Konditionsanfrage NICHT mehrere Kreditanträge gleichzeitig stellen!) entschieden habt, solltet ihr eure Finanzierung unbedingt von einem unabhängigen Berater prüfen lassen! Vielleicht war ohnehin ein Finanzberater bei der Finanzierungsbeschaffung beteiligt, dann wird der euch sicher gerne das oder die Angebote auf Herz und Nieren prüfen.
Faustfomel: Die monatlichen Kosten für das Haus (Rate und Nebenkosten) sollten 40% der Nettoeinnahmen nicht übersteigen! Damit gewährleistet ihr, dass ihr euren Lebensstandard auch weiterhin halten könnt.

Schritt 5: Kreditanfrage stellen und Kredit-Deal abschließen

Sollten sich zwischen Konditionsanfrage und Kreditanfrage keine unerwarteten SCHUFA Einträge ergeben haben, erhaltet ihr ein Kreditangebot mit den gleichen Bedingungen und Konditionen wie vorher. Jetzt sollte nichts mehr unklar sein und euch dazwischen funken, denn wenn ihr das Angebot ablehnt hat das den oben erwähnten negativen Schufa-Eintrag zur Folge.

Sobald der Kredit-Deal unter Dach und Fach ist, läuft für euch die Zeit. Im Kreditvertrag wurden Fristen vereinbart (z.B. Bereitstellungszeitraum, Termin der ersten Rate). Verzögert sich nun etwas unerwartet, sei es die Übergabe vom Vorbesitzer findet zwei Monate später statt oder der Bau dauert länger, dann kann das teuer für euch werden. Aber ihr seid ja bestens vorbereitet und werdet genügend lange Fristen vereinbart haben, damit unerwartetes euch keinen Angstschweiß auf die Stirn treibt.

Das war Teil 2 der Blog-Serie „Budget, Finanzierung und Kostenfallen – Baukosten von Anfang an im Blick“.
Wenn euch noch nicht klar ist, wie ihr ein verlässliches Budget aufstellt, empfehle ich euch auch Teil 1 zu lesen.
Habt ihr Angst vor Kostenfallen und unerwarteten Kostensteigerungen? In Teil 3 erfahrt ihr, wie ihr Kostensteigerungen verhindern könnt.

Frau Architektin schreibt über Finanzierungen: Habe ich Begriffe missverständlich benutzt oder Zusammenhänge zu vereinfacht dargestellt? Bitte zögert nicht mich zu korrigieren. Ich freue mich immer über jedes konstruktive Feedback in den Kommentaren.

Haus Budget

Wie viel Haus könnt ihr euch leisten? – In 3 einfachen Schritten zum verlässlichen Budget für euer Haus

Teil 1 der Serie „Budget, Finanzierung und Kostenfallen – Baukosten von Anfang an im Blick“

Eine belastbare Budgetermittlung, ist der erste Schritt zu eurem neuen Haus. Wenig ist enttäuschender und frustrierender als schon voll in die Planung eingestiegen zu sein, um dann festzustellen, dass man eigentlich noch ein paar Jahre Eigenkapital ansparen muss. In diesem Artikel erkläre ich euch deshalb, wie ihr ganz einfach berechnet, wie viel euer Traumhaus kosten darf.

Hier findest du Teil 2 und Teil 3 der Blog-Serie.

Schritt 1: Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen

Ob ein Auto, eine neue Waschmaschine oder ein Haus, grundsätzlich funktioniert die Budgetermittlung immer gleich: Als erstes müsst ihr wissen wie viel Geld ihr ausgeben könnt. Dazu müsst ihr alle Einnahmen und Ausgaben gegenüber stellen. Einnahmen sind zum Beispiel euer Nettogehalt, Minijob, Kindergeld usw. Ausgaben sind eure Lebenshaltungskosten, Versicherungen (auch die, die nur einmal im Jahr bezahlt werden), Auto und andere regelmäßige Ausgaben. Ausgaben für Urlaub und Freizeit solltet ihr realistisch abschätzen. Bei der Budgetplanung für das Haus bleiben die Kosten, die ihr im Moment für Mieten habt erst einmal außen vor, da diese ja wegfallen werden. Damit ihr nichts vergesst empfehle ich euch einen Haushaltsrechner zu benutzen. z.B. den von Verivox. Der Budgetrechner von Verivox ist allerdings ähnlich grob, wie alle anderen Budgetrechner, und deshalb nicht empfehlenswert. Besser ihr rechnet für die Budgetermittlung „zu Fuß“ oder mit einer Exceltabelle weiter. Dazu seht ihr später ein Beispiel.

Bleibt etwas übrig? Das ist gut und Voraussetzung für alles weitere. Habt ihr dabei einen Puffer eingerechnet (ca. 200€ pro Monat)? Sind die Nebenkosten für die zukünftige Immobilie mit eingerechnet (ca. 2,50€*m²*Monat); je nach energetischem Zustand und Standort? Bedenkt, dass auch während der Bauphase die Spülmaschine kaputt gehen kann und ersetzt werden muss.

Schritt 2: Hochrechnen auf die Finanzierungsdauer

Als nächstes multipliziert ihr euren Jahresüberschuss mit z.B. 25 Jahren oder wie lange ihr für die Finanzierung einplant. Habt ihr einen Job mit kalkulierbaren Lohnsteigerungen? Dann könnt ihr die zukünftigen höheren Gehälter für eure Liquidität nutzen. Seid ihr momentan DINKS (double income no kids), dann rechnet bitte trotzdem nicht mit euren beiden Vollzeitgehältern. Rechnet so, dass zur Not auch nur ein Einkommen ausreicht. Warum? Vielleicht wollt ihr Kinder? Und dann findet ihr nicht sofort einen KiTa-Platz und einer muss nach der Elternzeit noch weiter zu Hause bleiben. Ihr wollt keine Kinder? Gut – aber was macht ihr, wenn ein Elternteil pflegebedürftig wird, oder ein Partner arbeitsunfähig, oder, oder? Die Szenarien, weshalb nicht soviel Geld rein kommt, wie geplant sind mannigfaltig, sehr individuell und leider auch nicht selten, aber selten vorhersehbar.
Habt ihr an alles gedacht? Dann habt ihr die finanzierbare Kreditsumme!

Schritt 3: Kreditsumme+Eigenkapital=Budget

Ihr habt in Schritt 2 die mögliche finanzierbare Kreditsumme ermittelt. Um jetzt euer Budget zu erhalten, addiert ihr das verfügbare Eigenkapital hinzu. Habt ihr einen Bausparvertrag, Barvermögen oder Aktien? Vielleicht geben euch die Eltern einen Vorschuss auf das Erbe oder der Chef gibt euch einen Arbeitgeber-Kredit. Alles, was ihr an Eigenkapital zusammenkratzen könnt, erhöht das Budget und eure Bonität. (Aber Vorsicht: Auch bei Privatkrediten dürft ihr die Rückzahlung nicht vergessen.)
Das ermittelte Budget schließt nun alle Kosten, die jemals um den Hausbau entstehen, inklusive aller Nebenkosten und Betriebskosten, mit ein. Auch die Zinsen sind in dieser Zahl schon drin. Das heißt, um euer Budget für die Baukosten oder den Kaufpreis zu ermitteln, müsst ihr alle entstehenden anderen Kosten von der Gesamtsumme abziehen. Das verhindert, dass euch später Kosten überraschen und ihr diese nur durch Einbußen in eurem Lebensstandards bezahlen könnt.
Abzuziehen sind:
– Kaufnebenkosten (ca. 10%), Grunderwerbsteuer je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 % (!)
– Sicherheitsabschlag (5%),
– Instandhaltungskosten (1€/(m²*Monat)),
– durchschnittliche Darleheneffektivszinsen (z.B. 2%) dafür braucht ihr einen Zinseszins-Kredit-Rechner z.B. den von Offerio.

Hier ein Beispiel zu den Schritten 1-3:

Wohnfläche 140m², 25 Jahre Laufzeit, 30.000€ Eigenkapital, fiktive Einnahmen 3000€ und Ausgaben 1500€:

Achtung: bei den prozentualen Abschlägen (Kaufnebenkosten und Sicherheitsabschlag) muss man sich annähern. Da es sich um einen Zirkelbezug handelt.

Mein besonderer Tipp: Budgetrechner im Internet kritisch nutzen

Im Internet gibt es diverse Budgetrechner für die Immobilienfinanzierung. Leider besteht bei vielen Onlinerechnern die Gefahr, dass die finanzielle Lage zu positiv eingeschätzt wird. Das passiert, weil nicht genügend Details (die man zum Teil ja auch noch nicht wissen kann) abgefragt werden. So berücksichtigen z. B. nur die wenigsten Budgetrechner neben den Kaufnebenkosten auch die Bau- und Betriebsnebenkosten. Die Ergebnisse solcher Rechner sind daher oft irreführend, die finanzielle Schieflage ist also vorprogrammiert. Auch wenn ihr euch zusätzlich beraten lassen möchtet, würde ich von der Nutzung solcher Rechner abraten. Nichts ist ärgerlicher, als in den ersten Gesprächen mit dem Bankberater festzustellen, dass ein Hauskauf oder-Bau nicht finanzierbar ist, weil diverse Kosten nicht berücksichtigt wurden.

Seid ihr in der glücklichen Lage mehr übrig zu haben, als ihr für ein Haus ausgeben müsst oder wollt? Dann könnt ihr die nicht verwendeten monatlichen Reserven ansparen und für eine mögliche Sondertilgung einplanen.

Im nächsten Teil verrate ich euch, wie ihr eure Wunschfinanzierung erhaltet. Hier geht’s zu Teil 2.

Ihr habt noch Fragen zur Budgetplanung für euer Traumhaus oder möchtet von eigenen Erfahrungen berichten? Ich freue mich über euer Feedback in den Kommentaren.

Haustypen, Hausarten

Wie Ihr den richtigen Haustyp für Euch findet!

Lesedauer: ca. 6 Minuten

Zu faul zum Lesen? Komm ich les' es Dir vor 🙂

Insert Video

Welcher Haustyp passt zu Euch?

Wollt ihr demnächst ein Haus kaufen oder bauen? Ihr wisst aber überhaupt nicht wie ihr filtern sollt, da ihr die Vor- und Nachteile der einzelnen Haustypen nicht kennt? Dann seid ihr hier richtig. In diesem Blogbeitrag erkläre ich euch, welche Haustypen es gibt, was jeweils gut und weniger gut daran ist und was es noch bei der Auswahl des Haustyps zu beachten gibt. 

Haustypen:

freistehendes Einfamilienhaus:

Der wohl beliebteste Haustyp ist des freistehende, anderthalb bis zweistöckige Einfamilienhaus. Man hat vermeintlich viel Platz und hat einen Abstand zum Nachbarn. Dadurch kann man doch viel eher tun und lassen was man will, als bei einem Reihenhaus, oder? Es ist aber auch teurer. Zum einen ist das Grundstück größer und damit kostet es in Anschaffung und Pflege auch mehr. Zum anderen müsst ihr an allen Seiten des Hauses eine Fassadenverkleidung mit Dämmung anbringen. Wenn ihr kauft ist vielleicht eine nachträgliche Dämmung des Hauses nötig. Bei einem freistehenden Einfamilienhaus (EFH) kommen da um einiges mehr Quadratmeter zusammen, als bei einem Reihenhaus mit nur zwei Außenwänden.

Aber auch im Unterhalt sind freistehende EFHs teurer als beispielsweise Reihenhäuser. Da spielt auch wieder das größere Grundstück eine Rolle für die Pflege und Instandhaltung der Flächen. Außerdem kostet jeder qm versiegelte Fläche bei den Abgaben für die Entwässerung mehr. Die Energiekosten sind bei vergleichbarer technischer Ausstattung auch höher, da über alle vier Außenwandseiten Wärme verloren wird. Wenn ihr also extrem aufs Geld schauen müsst, dann ist ein freistehendes EFH wahrscheinlich nicht die beste Idee, da nicht nur das Grundstück und die (Um-)Baukosten höher sind, sondern auch die laufenden Kosten. Was Gestaltungsmöglichkeiten, persönliche Freizeitentfaltung und Freiheitsgefühl angeht, ist das freistehende EFH aber unschlagbar.

Vorteile:

  • große Gestaltungsfreiheit
  • Abstand zum Nachbarn
  • meistens größerer Garten
  • Garage oder Stellplatz am Haus
  • Belichtung aller Räume unproblematisch

Nachteile:

  • Grundstück muss größer sein und ist damit teurer
  • höhere Baukosten durch mehr Außenwandfläche
  • höhere Betriebskosten (Energie, Abwasser, Pflege)
  • meistens weniger attraktive Lagen in Vororten und auf dem Land

Reihenhaus:

Reihenhäuser sind meist sehr stadtnah gelegen. Das ist ein großer Vorteil, wenn man gerne stadtnah wohnen möchte oder muss. Dadurch können sie aber auch schnell teurer werden als so manch ländlich gelegenes Einfamilienhaus. Es kann also sein, dass ein Reihenhaus, was euren Ansprüchen genügt, genau soviel kostet, wie ein freistehendes EFH im Vorort mit 30m² mehr Wohnfläche, mit 450 m² mehr Grundstück und vielleicht sogar noch ein besserer Bauzustand. ABER: Innenstadt nahe Lagen bleiben attraktiv und ihr werdet garantiert an diesem Haus keinen Verlust machen (Es sei denn es ist schon ein Blasenpreis). 

Ein Nachteil der Reihenhäuser ist die meist fehlende Garage und oft gibt es nicht einmal einen Stellplatz am Haus. Mitunter sind Reihenhäuser an Stichwegen angeordnet. Dort könnt ihr das Haus nicht mit dem Auto erreichen.

Wer ein Reihenhaus in Betracht zieht sollte mit nachbarschaftlichen Geräuschen keine Probleme haben sowie bereit sein, sich rücksichtsvoll zu verhalten. Der Schallschutz wird zwar immer besser, einen vollständige Schallschutz vom Nachbarn gibt es bei Reihenhäusern allerdings nicht. Gleiches gilt für die Gartennutzung. Die Terrassen grenzen aneinander und bei schönem Wetter möchte der Nachbar sich vielleicht in Ruhe sonnen und ihr wollt eine Grillparty veranstalten. Da ist kommunikatives Geschick und gegenseitiges Wohlwollen gefragt.

Vorteile:

  • günstige Ausnutzung des Grundstücks durch grenzständige Bebauung
  • meist innenstadtnahe Lage –> wertstabil
  • günstige Baukosten durch nur zwei Außenwände
  • weniger Energieverbrauch als beim freistehenden Haus

Nachteile:

  • wegen guter Lage höhere Quadratmeterpreise
  • oft kein Stellplatz am Haus
  • meistens weniger Wohnfläche
  • gemeinsame Wände mit den Nachbarn

Doppelhaus(hälfte):

Die Doppelhaushälfte ist sozusagen der Hybrid aus freistehend und Reihenhaus. Mit allen Vor- und Nachteilen der jeweiligen Kategorie. Einen gravierenden Nachteil haben Doppelhaushälften: Wenn Doppelhäuser den Besitzer wechseln, hat das leider oft eine haarsträubende Architektur zur Folge. Die Häuser werden normalerweise in einer architektonischen Einheit entworfen und gebaut, das muss aber leider nicht immer so bleiben. So sieht man z.B. oft Doppelhäuser, wo das eine geklinkert das andere verputzt ist. Das eine hat eine 20 cm dicke Dämmung aufgebracht, das andere nicht. Das eine Haus hat rote Fenster das andere blaue.

Hinzu kommt das Konfliktpotenzial durch die gemeinsame Gebäudetrennwand. Meistens kann man sich seine Nachbarn nun mal nicht aussuchen. Jetzt fragt ihr euch sicher: aber bei Reihenhäusern ist das doch auch so, nur noch schlimmer, da man meistens zwei direkte Nachbarn hat. Ja, ihr habt beim Reihenhaus zwei direkt angrenzende Nachbarn, aber ihr geht da ja auch mit der Einstellung rein, mit beiden Nachbarn gut klar zu kommen. Bei den jeweiligen Nachbarn ist es (hoffentlich) genauso. Bei einer Reihenhauszeile müssen alle irgendwie miteinander auskommen. Beim Doppelhaus ist es aber nur einer, an dem man sich reiben kann. Die tolerante Grundhaltung ist beim Doppelhaus ganz einfach nicht so stark ausgeprägt, wie beim Reihenhaus. 

Vorteile:

  • Kompromiss für den Geldbeutel aus freistehendem Haus und Reihenhaus
  • meistens recht großer Garten möglich
  • sowohl häufig innenstadtnah als auch ländlich vertreten

Nachteile:

  • unberechenbare Entwicklung der Architektur durch zwei Eigentümer
  • oft schwierige Nachbarschaft durch gemeinsame Wand

Bungalow:

Bungalows haben die gleichen Vorteile wie mehrstöckige freistehende Einfamilienhäuser. Das große Grundstück, der Abstand zu den Nachbarn, die gute Belichtung aller Bereiche im Haus. Allerdings sind die Nachteile der freistehenden EFHs auch noch gravierender. Da die ganze Wohnfläche auf einer Ebene untergebracht ist, ist auch das A/V- Verhältnis (Wärmeübertragende Hüllfläche im Verhältnis zum beheizten Gebäudevolumen) schlechter. Die Bodenplatten- und Dachfläche ist größer und darum deutlich teurer. Ihr verbraucht mehr Fläche, weshalb ihr für die gleiche Gartengröße, wie beim mehrstöckigen EFH ein größeres Grundstück braucht.

Der eine unschlagbare Vorteil ist aber die Ebenerdigkeit. Besonders, wenn ihr auf Barrierefreiheit Wert legt und schon für euer Alter mit plant, kann sich ein Bungalow anbieten. Über die Architektur von Bungalows, egal ob mit Flachdach oder mit einem geneigten Dach lässt sich jedoch streiten. Sie finden hierzulande eigentlich keine Entsprechung in einem regionalen Baustil. Wenn ihr aber eigentlich nur an dem Vorteil der Ebenerdigkeit interessiert seid, müsst ihr nicht zwangsläufig einen Bungalow bauen. Warum nicht noch eine Einliegerwohnung mit einplanen, die dann oben ist und so eine ortstypische Architektur ermöglicht und nebenbei noch Mieteinnahmen generiert?

Noch ein wichtiger Punkt bei Bungalows, der noch sehr wenig Beachtung findet: Die Dachterrasse: Im innerstädtischen Raum gibt es sie oft, aber bei Einfamilienhäusern als Bungalow sieht man sie noch selten. Ein Flachdach bietet als Aufenthaltsbereich ein riesiges Potenzial. Damit habt ihr nämlich einen Garten in zwei Zonen, ein Sonnendeck mit einem tollen Ausblick und den „normalen“ Garten. Außerdem gut für den Geldbeutel: Das Grundstück könnte ohne Flächeneinbußen beim Außenraum viel kleiner sein.

Vorteile:

  • Ebenerdigkeit, Barrierefreiheit
  • Möglichkeit eines Dachgartens
  • große Gestaltungsfreiheit
  • Abstand zum Nachbarn
  • Garage oder Stellplatz am Haus
  • Belichtung aller Räume unproblematisch

Nachteile:

  • Grundstück muss noch größer sein als beim mehrgeschossigen EFH
  • rel. hohe Baukosten durch mehr Außenwand-, Boden- und Dachfläche
  • rel. hohe Betriebskosten (Energie, Abwasser, Pflege)
  • so gut wie keine baukulturelle Architektur möglich

Hofhaus:

Dieser Haustyp ist ziemlich in Vergessenheit geraten. Hat aber unheimlich viele Vorteile gerade für kleine Grundstücke, die unschlagbar sind.

Hofhäuser sind ein- oder zweigeschossige Häuser, die grenzständig gebaut sind, also mit mindestens einer Seite an der Grundstücksgrenze stehen. Sie bilden entweder mit eigenen Gebäudeteilen oder mit den Gebäudeteilen der Nachbargebäude einen oder mehrere Höfe.

Gerade bei Kleinstgrundstücken kommen freistehende Einfamilienhäuser an ihre Grenzen, da ein fast unnutzbarer Ring aus Abstandflächen um das Haus entsteht. Ein Reihenhaus mag aber auch nicht jeder, da dabei die Gartenbereiche direkt aneinander grenzen und sich dadurch Konfliktpotenziale aufbauen können . Wer also nur ein kleines Grundstück zur Verfügung hat und gerne für sich ist, für den ist das Hofhaus ideal. Da es aber so selten ist, haben die Bauämter und Architekten diesen Bautypus fast gar nicht mehr auf dem Schirm. Falls ihr euch also für ein solches Haus interessiert, empfehle ich einen Architekten zu suchen, der schon öfter Hofhäuser geplant und umgesetzt hat. Für die Genehmigungsfähigkeit ist grundsätzlich die Bebauung ohne Abstandflächen im Bebauungsplan notwendig. Zwar kann man auch ein Hofhaus als freistehendes Einfamilienhaus bauen, der Clou an diesem Haustyp wird dadurch aber ad absurdum geführt.

Für Baugruppenprojekte bietet sich dieser Gebäudetyp auch an. Da für diese Projekte des öfteren der Bebauungsplan auf die Bedürfnisse des Bauvorhabens angepasst wird, was für einen einzelnen Bauherren kaum möglich ist. Aber auch, weil es klare Rückzugsmöglichkeiten in einem privaten Außenbereich (Hof) gibt, wenn man keine Lust auf Kontaktaufnahme durch baugemeinschaftliche Mitstreiter hat.

Beim Hofhaus muss besonders auf die Belichtung des Hofbereichs geachtet werden. Der schönste Hof nützt nichts, wenn dort nur am 21. Juni die Sonne hinkommt, weil die umliegende Bebauung zu hoch bzw. der Hof zu klein ist. Dessen wird sich euer erfahrener Architekt aber bewusst sein.

Vorteile:

  • Extrem kleines Grundstück möglich
  • Faszinierende Belichtung, tolle Durchblicke möglich
  • Introvertierter Außenraum → Privatsphäre
  • Gut geeignet für Baugruppen

Nachteile:

  • Kann nur individuell vom Architekten geplant werden
  • Fehleranfällige Belichtung des Hofs
  • Hohes A/V-Verhältnis → Wärmeverluste
  • Schwierig passende Grundstücke zu finden

Fazit:

Ich hoffe, ihr könnt nun eher entscheiden, welche Häuser ihr euch bei der Hauskaufsuche eher anschaut oder wenn ihr bauen wollt, mit welchem Haustyp ihr euch für die Planung nun näher auseinandersetzt. Hinterlasst mir einen Kommentar! Was ist eure Meinung zu den verschiedenen Haustypen? Habe ich was wichtiges vergessen? Über konstruktive Kritik freue ich mich immer.