Tag Archives for " Bauen mit Kind "

Kinder ziehen aus…irgendwann – schon heute dran gedacht?

Nicht alle Lebensabschnitte brauchen das gleiche Haus!

Vielleicht kennt ihr das aus eurer eigenen Vergangenheit: Ihr seid in einem beschaulichen aber durchschnittlichen Einfamilienhaus aufgewachsen. Vielleicht war es immer ein bisschen eng, oder jeder hatte mehr als genug Platz und Raum. Egal! Die Situation ist trotzdem immer die gleiche, wenn alle Kinder ausgezogen sind: Plötzlich ist das Haus eigentlich zu groß. Besonders auffällig ist das natürlich wenn es mehr als zwei Kinder in der Familie gibt.

Dann ist die große Frage: wie damit umgehen? Behält jedes Kind sein altes Zimmer? Werden daraus Gästezimmer? Nutzen eure Eltern die Zimmer unterschiedlich, vielleicht als Fernseh-, Arbeits-, Fitness- oder Hobbyzimmer? Mit genügend Fantasie bekommt man die überzähligen Zimmer schon irgendwie umgenutzt, aber werden sie dann auch wirklich genutzt? Wie oft geht man zum Fernsehen in ein extra Zimmer? Braucht man wirklich ein Arbeitszimmer? Vorher hat man seine Büroarbeit ja auch woanders gut hinbekommen.

Zuviel ist zuviel

Egal, wie man die Zimmer auch umnutzt, es ist eigentlich immer ein Zuviel an Raum, der keinen Mehrwert liefert. Die Räume müssen renoviert, instandgehalten und geheizt werden ohne einen echten zusätzlichen Nutzen. Und eine der größten „Gefahren“ ist, dass die Räume im Laufe der Jahre zugestellt werden, weil „da ist ja noch Platz und wir nutzen den Raum sonst eh nicht…“

Die Eltern von einer Freundin mit drei Geschwistern haben ein riesiges Haus mit 5 Schlafzimmern. Ein Zimmer ist im Erdgeschoss und die anderen im Obergeschoss. Jetzt sind alle Kinder ausgezogen. Das Zimmer im Erdgeschoss ist ein Arbeitszimmer geworden, ein Zimmer im OG ist ein Gästezimmer und die anderen beiden Räume stehen leer. Eigentlich doch schade um den Platz, oder?

All das sind Gründe, warum ich ein Fan davon bin schon beim Hausbau oder wenn ihr kauft, beim Umbau daran zu denken, wie ihr den überzähligen Platz effektiv umnutzen könnt, wenn die Familie wieder schrumpft. Und vielleicht sogar noch etwas Geld damit verdient.

Einliegerwohnung

Eine elegante Methode, die überzähligen Räume, wieder als Kostenpunkt loszuwerden, ist daraus eine Einliegerwohnung zu machen.

So hat es meine Oma gemacht: Meine Oma hat fünf Kinder, natürlich hatten alle auch ein Zimmer. Zunächst hat sich einer meiner Onkel das Dachgeschoss ausgebaut, um dort für ein paar Jahre zu leben, bevor er selbst gebaut hat. Damit war der Grundstein für die Nutzung als Zweifamilienhaus bereits gelegt und mittels einer Außentreppe war auch die Erschließung kein Problem. Als dann mein Opa gestorben war, brauchte meine Oma auch das Obergeschoss nicht mehr. Sie baute sich das Erdgeschoss zu einer geräumigen Wohnung um und hat sogar trotzdem noch ein Gästezimmer. Das Obergeschoss und das Dachgeschoss wurden zu einer großen Maisonette-Wohnung verbunden und an eine Familie mit zwei Kindern vermietet. Mittlerweile wohnt diese Familie auch schon seit über zwanzig Jahren in dem Haus. Deren Kinder sind auch schon ausgezogen, es ist aber so eine schöne Symbiose, dass sie wohl bleiben werden bis auch meine Oma nicht mehr lebt. Die Mieter kümmern sich um den großen Garten, was meine Oma nicht mehr kann und haben immer ein Auge auf sie, sodass sie sich nie alleine fühlt in dem großen Haus. Das ist wirklich eine Erfolgsgeschichte. Vom finanziellen Nutzen mal ganz abgesehen.

Wenn ihr also in eurem Haus alt werden und später nicht allein sein wollt, gibt es für eine Einliegerwohnung folgende Dinge zu beachten:

  • Plant die Kinderzimmer so, dass sie später leicht als Einliegerwohnung abtrennbar sind.
  • Sprecht euren Architekten schon beim ersten Gespräch darauf an, dass diese Möglichkeit gegeben sein soll.
  • Plant ein Kinderbadezimmer ein, das später der Wohnung zugeteilt wird.
  • Richtet in einem der Kinderzimmer bereits Leitungen für eine spätere Küche vor.

Wenn ihr nicht wollt, dass dauerhaft jemand Fremdes bei euch im Haus wohnt und vielleicht auch Teile des Gartens mitnutzen möchte, bietet eine Einliegerwohnung dennoch tolle Möglichkeiten:

  • Übergangswohnung für eines der Kinder
  • Altenteil für eure Eltern
  • möblierte Wohnung zum Vermieten auf Zeit, auf AirBnB; je nachdem wo ihr wohnt an einen Wochenpendler, der am Wochenende nach Hause fährt.

Übergangsanbau

Gerade, wenn ihr auf der Suche nach gebrauchten oder vielleicht sogar historischen Häusern seid, oder ihr habt ein Haus geerbt, dann ist oft die mangelnde Größe das Problem. Viele alte Häuser sind mit 90-110m² einfach zu klein für ein angenehmes zeitgemäßes Wohnen mit einer Familie. Da diese Einschränkung aber für alle Immobilien suchenden Familien gilt, sind diese Häuser oft auch recht günstig. Es lohnt sich also darüber nachzudenken ein kleines altes Haus zu kaufen, es umzubauen und mit einem Anbau zu versehen. Das hat aber wenn die Kinder ausgezogen sind, die gleichen Konsequenzen wie oben zur Folge.
Die Lösung ist ein Anbau auf Zeit. Mit der mobilen, modularen Architektur von z.B. Cubig könnt ihr einen individuellen Anbau erstellen, der dann später auch als Einliegerwohnung fungiert oder wieder abgebaut wird. Da diese Häuser modular konstruiert sind, kann man sie einfach wieder demontieren, verkaufen oder an anderer Stelle wieder aufbauen. Dann habt ihr wieder das Kernhaus für euch und die Wohnfläche ist ideal für zwei.
Weitere Informationen findet ihr auf Cubig.com (ich bekomme nichts für diese Empfehlung, ich bin einfach nur von dem Produkt überzeugt!)

Haus verkaufen oder vermieten

Ein immer stärker werdende Tendenz ist der Trend hin zum „Lebensabschnittshaus“. Viele planen gar nicht mehr mit den Füßen zuerst das letzte Mal das Haus, was sie heute bauen, zu verlassen. Sie sind sich darüber bewusst, dass es je nach Lebensphase auch unterschiedliche Bedürfnisse an das Wohnen gibt. Also planen sie heute ein Haus zu bauen oder zu kaufen, was heute auf ihren Bedarf zugeschnitten ist. Morgen, wenn die Kinder ausgezogen sind, brauchen sie ein anderes Haus in einer anderen Umgebung. Also wird das Familienhaus verkauft oder vermietet und ein neues Haus bezogen, was für den neuen Bedarf ideal ist.

Ich finde diese Variante mit der geänderten Familiensituation umzugehen auch sehr charmant, weil man sich neu orientiert. Gerade für die Mütter kann es sehr heilsam sein, sich durch den Tapetenwechsel wieder mehr auf sich zu besinnen und vielleicht auch sonst nochmal ganz neue Wege zu beschreiten und sich von der behütenden Mutterrolle zu verabschieden.

Wenn ihr diese Möglichkeit für euch favorisiert, dann beachtet bitte schon heute bei der Planung folgendes, um den Verkaufswert in Zukunft möglichst hoch ansetzen zu können:
versucht möglichst zeitlos zu planen; zu verkitschte Lösungen mindern den Wert eures Hauses
plant mit hochwertiger Architektur; 08/15 Häuser wird es in 15 oder 20 Jahren massenweise zu kaufen geben (vermutlich ist der Immobilienboom dann vorbei)
Sucht die Lage noch bedachter aus, als sowieso schon. Von Neubaugebieten und sehr ländliche Regionen rate ich aus Erwägungen zum Immobilienwert eher ab.

Elternteil zieht ein

Die Einliegerwohnung ist für noch fitte Eltern eine super Möglichkeit. Ist es nun aber der Fall, dass bereits ein Elternteil verstorben ist und der Andere nicht mehr gut alleine zurecht kommt, könnt ihr (Schwieger-)Mama oder (Schwieger-)Papa bei euch im Haus(-halt) aufnehmen. Das muss natürlich von der familiären Konstellation her passen! Das ist ja auch eine Sache, die ihr heute noch nicht planen könnt. Aber vielleicht ändert sich etwas am geplanten Szenario, z.B. dasletzte Kind zieht einfach nicht aus, weshalb die Einliegerwohnung nicht abgetrennt werden kann, oder ihr fühlt euch da jetzt so wohl, dass ihr doch nicht mehr verkaufen wollt und nun zu viel Platz habt. Wird dann ein Elternteil pflegebedürftig, habt ihr zumindest die Möglichkeit der häuslichen Pflege.

Ihr werdet in dem Haus alt

Außer bei der Variante des Hausverkaufs ist das ja bei allen genannten Möglichkeiten der Fall. Dazu möchte ich euch im Speziellen aber auch noch einige Hinweise geben, wie ihr schon heute an morgen denken könnt. Sich mit dem eigenen Alter und körperlichen Gebrechen auseinander zu setzen ist nie schön. Um aber das Geld eurer Zukunfts-Ichs zu sparen, macht es unbedingt Sinn ein paar Dinge schon jetzt mit einzuplanen.

  • Ebenerdige Erschließung: wenn es wegen dem Geländeverlauf auf dem Grundstück nicht unbedingt sein muss, plant keine Stufen zum Eingang!
  • Türbreiten: plant Türen, die mindestens eine Standardbreite von 88,5 cm haben. Das ist zwar nicht behindertengerecht, aber mit einem Rollator kommt man da bequem durch. Wollt ihr rollstuhlgerecht planen, müssen die Türbreiten schon 1,01 m sein.
  • Rollatorgerechtes Badezimmer: Plant nicht nur ein Gäste-WC im Erdgeschoss ein, sondern ein vollwertiges Badezimmer mit ebenerdige Dusche und genügend Platz, dass das Bad auch zwei benutzen können.
  • Zusätzliches Zimmer im Erdgeschoss, das ihr später als Schlafzimmer nutzen könnt.

Wie gingen eure Eltern mit eurem Auszug um? Würdet ihr es anders machen? Braucht ihr noch mehr Infos zum architektonischen Berücksichtigen der verschiedenen Lebenssituationen? Schreibt mir gerne in die Kommentare!

Ihr habt jetzt kleine Kinder und wollt wissen, wie ihr auch für sie das Ideale aus dem neuen Haus herausholen, dann sind diese beiden Blogartikel genau das richtige für euch:

Bauen für Kinder

 

In meinem letzten Blogartikel ging es um das Bauen mit Kindern. Aber das Thema Bauen für Kinder ist mindestens genauso wichtig. Eure Kinder sind gleichwertige Familienmitglieder und ihren Bedürfnissen und Vorlieben muss genauso Rechnung getragen werden, wie euren eigenen. Das wird leider oft vergessen. Eure Kinder werden tagtäglich mit ihrem Haus konfrontiert. Es ist ihre direkte gebaute Umwelt, die sie prägt! Winston Churchill hat mal gesagt (und er hat viele kluge Sachen von sich gegeben): „We shape our Buildings; thereafter they shape us“. Wir gestalten unsere Häuser, danach formen sie uns
Das gilt in ganz besonderem Maße für unsere Kinder!

Das ist neben euren eigenen Ideen und Vorstellungen vom neuen Haus ganz schön viel! Es lohnt sich aber kindgerecht zu planen. Können sich die Kinder mit dem neuen Haus identifizieren, machen sie beim Bau gut mit und sehen dem Umzug freudig entgegen. Sie empfinden es weniger als Einschnitt in ihrem Leben.

Bei diesem Blogartikel habt ihr erfreulicherweise mal weniger zu lesen, dafür mehr zu schauen! Bitte nicht alles zu ernst nehmen 😉

Sicher Bauen – und die begrenzten motorischen Fähigkeiten

Da ihr normalerweise auch vorher schon mit den Kindern zusammen gewohnt habt, kennt ihr ja die üblichen Tricks, um eine Wohnung kindersicher zu machen. Daher werde ich auf Steckdosenschutz, befestigte Schränke und die sichere Verwahrung von gefährlichen Stoffen und Geräten nicht eingehen.
Aber bei der Planung eures eigenen Reichs, wollt ihr ja nicht unbedingt gefährliche Fallen einbauen, nur weil ihr aus Gestaltungsgründen die Kinderaspekte völlig übersehen habt.

Auch wenn freie Wendeltreppen, freischwingende Stufen oder minimalistische Geländer toll aussehen, empfiehlt es sich bei der Planung immer zu fragen: Ist das für die Kinder geeignet, lassen sich Treppengitter befestigen, können die Kinder die Treppe sicher benutzen?
Armaturen in Küche und Bad sollten mit eingebautem Verbrühschutz gekauft werden.
Grifflose Schränke liegen seit Jahren im Trend. Beim Kauf empfehle ich darauf zu achten, dass das Öffnen der Schränke trotzdem intuitiv möglich ist. Können auch kleine Kinder sie aufbekommen? Solltet ihr beabsichtigen die Kinder irgendwann in die häuslichen Pflichten mit einzubeziehen, ist es ratsam Schränke zu wählen, die die Kinder auch bedienen können ;-).

Bauen für die Familie

Für Kinder bauen heißt ja auch für das Familienleben bauen. Der Alltag sollte gut zu bewältigen sein, und Wege so kurz wie möglich geplant werden. Das ist besonders in der Küche wichtig. Dafür ist auch genügend Stauraum in Griffreichweite wichtig. Es bringt nichts, wenn ihr im Keller oder unter dem Dach kubikmeterweise Stauraum zur Verfügung habt, wenn das dort verstaute so weit entfernt ist von da, wo man es ständig braucht. Es ist dann nicht nur gut verstaut sondern auch bald verstaubt ;-).

Familientisch

Der Mittelpunkt eures alltäglichen Familienlebens ist der Familientisch. Entweder ihr plant einen Tisch zusätzlich zum Alltagsesstisch nahe der Küche oder einen großen mit mehr Plätzen als notwendig. Hintergrund dieses Tipps: die Hausaufgaben oder die Bastelarbeiten können auch mal liegen bleiben, wenn gegessen wird. Es entspannt unheimlich das Zusammenleben, wenn ihr die Kinder nicht immer wieder an das Aufräumen erinnern müsst, weil es platzmäßig einfach egal ist. Das sollte natürlich nicht dazu verführen einen wachsenden Stapel an Kram zu tolerieren.

Platz im Eingangsbereich

Sehr von Vorteil ist auch ein großzügiger Eingangsbereich, wo man sich ohne Platzmangel die Schuhe ausziehen und auch direkt verstauen kann. Wenn ihr viele Jacken und Mäntel habt, könnt ihr z. B. zwei Garderoben einplanen. Eine zum Trocknen von nassen Jacken und eine, die in einem Garderobenschrank versteckt ist. Beide sollten natürlich auch von kleinen Kindern erreicht werden können.

Eine kleine Bank ist nicht nur für die Kleinen hilfreich zum Schuhe an- und ausziehen.

Achjaaa, Kinder sind ja kleiner…

Bitte vergesst nicht, dass Kinder die meiste Zeit, in der sie bei euch wohnen, eine geringere Körpergröße haben. Dem kann man mit Miniaturausgaben von Toilette, Waschbecken und Küche begegnen. Das ist aber sehr teuer und wenn die Kinder groß sind, muss man wieder umbauen. Deshalb macht das auch keiner 😉 oder man überlegt sich flexible Lösungen ohne immer nur einen Plastikhocker bemühen zu müssen.
Zum Beispiel mit begehbaren Erhöhungen in Bad und Küche.

Gemeinschaftsbereich

Natürlich haben die Kinder eigene Zimmer, dennoch spielt sich ein Großteil des Familienlebens in einem Gemeinschaftsbereich ab (auch Wohnzimmer oder Wohnküche genannt). Oft sind die Treppen in modernen Einfamilienhäusern in diesem zentralen Raum untergebracht.
Die können auch optimal zum Spielen und Lagern genutzt werden.

Bank im Wohn- Essbereich (auch zum Lagern, wenn geschlossen)

Tiefe Fensterlaibungen sind auch für Erwachsene schön

Geteilter Spielbereich

Bei euch soll jedes Kind sein eigenes Zimmer erhalten, ihr habt aber nicht viel Platz für große Kinderzimmer? Dann ist ein gemeinsamer Spielbereich die Lösung. Die Kinderzimmer sind dann wirklich nur Rückzugsräume und zum Schlafen, gespielt wird dann aber woanders und gemeinsam.
Eine Möglichkeit: ein offener Flur im Obergeschoss. Bei kleinen Kindern muss dann der Treppenabgang aber definitiv gesichert werden.

oder im Spitzboden

oder ein eigener Raum

Im gemeinsamen Wohnbereich müssen Kinder Ordnung halten! (Öhm, ihr auch 😉 sonst machen es die Kinder erst recht nicht)
Bei hohen Räumen gibt es aber eine Möglichkeit sowohl die natürliche Nachlässigkeit der Kinder, was Ordnung anbelangt als auch eure Ordnungsliebe unter einen Hut zu bringen: ein unsichtbarer Spielbereich über einem Funktionskern. Dabei ist der besondere Witz, dass die Deckenhöhe auf dieser Empore nur so hoch ist, dass die Kinder bis zu einem gewissen Alter dort im Stehen spielen können. Es ist also ihr Bereich im Gemeinschaftsraum. Dort kann es auch mal unordentlich bleiben und man hat die Kinder trotzdem immer in Hörreichweite.

Spieltrieb und Bewegungsdrang fördern

Kletterwand im Kinderzimmer

Bemalbare Wandteile (Tafelfarbe)

Eine Rutsche bietet sich am Hochbett an. Oder, wenn ihr selbst noch einen ausgeprägten Spieltrieb habt, sogar vom OG ins EG! (Eine solche Rutsche sollte dann aber ohne viel baulichen Aufwand auch ausbaubar sein, wenn die Kinder groß sind.)

Geteilte Kinderzimmer

Ein gemeinsames Kinderzimmer ist bestimmt oft schön. Genauso oft aber total blöd. Dann brauchen Kinder einen Rückzugsort, der nur ihnen gehört. Das Bedürfnis nach Verkriechen muss befriedigt werden, wenn das Projekt „gemeinsames Kinderzimmmer“ gelingen soll.
Das geht zum Beispiel mit Alkofen, Höhlen und Tunnels.

Wenn die Kinder noch sehr klein sind, kann ein gemeinsam genutzter Schlafraum das Gemeinschafts- und Verbundenheitsgefühl der Geschwister fördern. Das ist wie bei vielen anderen Erziehungsentscheidungen jedoch ganz stark Ansichtssache. Einige meinen ein Kind braucht von Geburt an sein eigenes kleines Reich, andere lassen alle Kinder, selbst wenn es drei oder vier sind, bis sie elf/ zwölf sind zusammen in einem Zimmer schlafen und wohnen. Mein Mann und ich sind Vertreter der zweiten Gruppe und möchten es mit unseren beiden Jungs so machen (wenn die Kinder es auch wollen). Ich könnte mir sogar vorstellen, dass solange die Kinder sehr klein sind, auch das Schlafen in einem Bett für die Verträglichkeit sehr gut sein könnte. Wir werden es ausprobieren. z.B. so:

 

Für das Schlafen in einem Zimmer kommen die klassischen

Etagenbetten (eingebaut oder nicht) in Frage

oder Lösungen nebeneinander.

Dann kann zumindest kein Streit aufkommen, wer oben schlafen darf (oder muss).

Wandgestaltung im Kinderzimmer

Hier gilt: die oberflächliche Gestaltung sollte ohne viel Aufwand an den sich wandelnden Geschmack der Kinder anpassbar sein. Das Kinderzimmer einer früheren Freundin war komplett mit einer Pferdetapete zugekleistert. Klar, meine Freundin hat sich diese Tapete natürlich selbst ausgesucht, weil sie mit acht Jahren eben ein Pferdefan war. Mit 15, als der erste Freund mal zu Besuch kam, war sie von der Idee aber nicht mehr so begeistert. Letztendlich hat sie in dem Pferdezimmer gelebt, bis sie ausgezogen ist.
Wenn es eine bestimmte lustige Kindertapete sein soll, immer gerne, aber bitte nicht alle Wände inkl. Laibungen und Schrägen damit tapezieren. Die Vorlieben der Kinder werden sich wandeln, auch wenn sie sich das jetzt noch nicht vorstellen können. Aus dem Kleinkinderzimmer soll auch irgendwann ein cooles Jugendzimmer werden.

Ordnung halten

Jeder, der Kinder hat weiß: mit Kindern kann man sich von einer aufgeräumten Wohnung verabschieden. Aber es gibt Möglichkeiten das Ordnunghalten auch für Kinder zu erleichtern.
Eine einfache, wenn auch etwas gefuschte Möglichkeit ist es, bestimmte Bereiche, die anfällig sind für Unordnung, hinter Türen und Klappen verschwinden zu lassen.

Warum kein begehbarer Kleiderschrank auch für‘s Kind?

So können die Arbeitsbereiche der Kinder (Hausaufgaben, Basteln, Computer) in einem Schrank verschwinden

Viel Stauraum, der sich in Schubladen oder unter eingebauten Betten befindet, lässt es durch die glatten Flächen auch viel aufgeräumter aussehen.
Alles muss einen eindeutigen Platz haben, woran auch ihr Eltern euch halten müsst. (Ich weiß wie schwer das ist.) Nur dann kann euer Kind wirklich lernen Ordnung zu halten.

Insgesamt ist es wichtig die Kinderzimmer mit in das innenarchitektonische Konzept einzubeziehen. Einbaumöbel mit Bett, Schrank und Stauraum für Spielsachen sind immer eine schöne Sache, bei geteilten Kinderzimmern, aber umso wichtiger, damit jeder auch wirklich seinen eigenen Bereich hat, indem er sich verkriechen kann.

Und draußen?

Mindestens so, oder?

Naja, das muss nicht unbedingt sein. Aber bitte den Außenraum genauso ins Konzept integrieren, wie den Innenraum. Nichts ist doch hässlicher als ein paar lieblos verstreute Spielgeräte im Garten und ein vergammelndes Trampolin.

Irgendwann sind sie groß…

Ja, irgendwann werden die lieben kleinen zu nörgeligen Teenagern und dann dauert es nicht mehr lange, bis sie weg sind. Je nachdem wie viele Kinder ihr habt, ist das Haus dann viel zu groß.
Es gibt verschiedene Wege damit umzugehen, grundsätzlich gilt aber sich bei der Planung eures Hauses schon Gedanken zu machen, selbst wenn die Kinder noch Babys sind.
Dazu werde ich in Kürze einen eigenen Blogartikel schreiben.

Was hättet ihr euch für euer Haus und euer Zimmer gewünscht als ihr noch Kinder wart? Wie viel Entscheidungskompetenz kann man Kindern gewähren? Was ist Deine Meinung? Schreib es mir in die Kommentare.

Hausbau mit Kindern

Haus Bauen mit Kindern – Spaß statt Stress

Wer wünscht sich nicht, dass seine Kinder idyllisch im eigenen Garten spielen können?

In der Familiengründungsphase zu bauen ist ein günstiger Zeitpunkt: Man hat durch einige Jahre im Berufsleben schon einiges Eigenkapital aufgebaut und wegen dem Familienzuwachs müsste man sowieso umziehen, da der Leidensdruck in der Mietwohnung einfach zu groß wird. Darüber hinaus möchte man sich nach Jahren in einer Mietwohnung auch mal gestalterisch austoben. Und ihr (und die Kinder) habt am meisten vom Eigenheim, wenn ihr mit möglichst kleinen Kindern baut oder kauft.

Karriere – Haus – Kinder

Das ist doch die ideale Reihenfolge, oder? Meistens läuft das Leben aber nicht strikt nach Plan. Nicht jeder ist in der luxuriösen Situation den Nestbau vor dem Kinderkriegen abzuschließen. Ein Großteil der Bauherren, die ein Eigenheim bauen, haben bereits Kinder. Die Sorge ist dann schnell da, ob man den Hausbau mit ein oder zwei Kindern überhaupt schafft. Kinder bilden doch einen zusätzlichen Stressfaktor beim Hausbau, oder?

Lies weiter, damit du lernst, wie schön und lustig das Bauen mit Kindern sein kann!

Wie immer ist alles eine Frage der Einstellung und der Organisation. Wenn ihr z. B. der Meinung seid, dass Kinder nicht auf die Baustelle gehören, dann wird es bestimmt schwierig eine dauerhafte Betreuungsmöglichkeit während der Bauphase zu finden. Dann muss Mama vielleicht mit den Kindern in der alten Wohnung bleiben und kann nicht mithelfen, und irgendwann wird Papa knatschig, weil er sich mit der Baustellenarbeit im Stich gelassen fühlt.
Also nicht vergessen: Macht euch vor dem Bau klar, welche Vorstellungen und Erwartungen ihr habt und gleicht sie mit eurem Partner ab. So könnt ihr schon früh sicherstellen, dass später kein Frust entsteht.

Bauen mit Kindern? Nicht nur an die Baustelle denken!

Zunächst muss das Haus aber mal geplant werden. Achtet dabei in eurem und dem Interesse der Kinder auf folgende drei Dinge:
1. Die Kinder können und sollten, je nach Alter, in den kreativen Entstehungsprozess des Hauses und des Grundrisses mit eingebunden werden.
2. Die Belange und besonderen Bedürfnisse der Kinder müssen berücksichtigt werden.
3. Denkt schon in der Planungsphase darüber nach, was mit dem Mehr an Raum passiert, wenn die Kinder mal ausgezogen sind.
Das ist neben euren eigenen Ideen und Vorstellungen vom neuen Haus ganz schön viel! Es lohnt sich aber die Kinder aktiv mit einzubeziehen und kindgerecht zu planen. Wenn sie sich mit dem neuen Haus identifizieren können, geht die Planungs- und Bauphase für alle Familienangehörigen stressfreier über die Bühne.

Gimme Money – Förderungen

Auch in finanzieller Hinsicht lohnt sich das Bauen mit Kindern. Viele Kommunen und auch andere Institutionen bieten Förderungen für Familien mit Kindern an, die sich am jeweiligen Standort ansiedeln. Oft spielt das Einkommen auch eine Rolle. So werden besonders einkommensschwache Familien gefördert. Bei den Förderungen von Kommunen handelt es sich meist um Anreizförderungen in ländlichen Regionen.
Die Förderungen umfassen sowohl Nachlässe beim Kauf von Gemeindegrundstücken je Kind, zinsgünstige Kredite und Zuschüsse. Selbst ungeborene Kinder können bei einigen Förderprogrammen mit berücksichtigt werden.

Die Fördermöglichkeiten können sich nach Bundesland und Kommune sehr stark unterscheiden, deshalb findet ihr am Ende des Artikels einen Link zu Datenbankseiten über Fördermöglichkeiten in eurem Ort.

Stressfaktor Kinder

Der Bau eines Eigenheims ist immer eine Ausnahmesituation. Wahrscheinlich werden sich Sorgen, Vorfreude, Leistungsdruck, Stress usw. nie mehr in eurem Leben so häufen, wie in dieser Zeit. Dass ihr euch auch noch um die Kinder kümmern müsst, macht das Ganze nicht leichter. Umso wichtiger ist es, dass ihr euch gut auf diese Zeit vorbereitet habt. (Holt euch als ersten Schritt die große Checkliste VOR dem Hausbau)
Diese Tipps helfen euch die anstrengende Zeit zu meistern:

  • Den Kindern erklären, dass es eine schwere Zeit ist, die auch wieder vorbei geht.
  • Ihnen erklären, dass sie durch Gehorsam (oh Gott das hört sich schrecklich an, aber so ist es doch!) aktiv zur Entspannung der Situation beitragen können.
  • Den Kindern versichern, dass sie (meistens ;-)) nicht an eurer Gereiztheit schuld sind.
  • Kurbelt die Vorfreude auf das neue Haus an. Z.B. indem ihr euch statt der gute Nacht Geschichte gemeinsam schöne Situationen in dem Haus ausmalt.
  • Wenn ihr die Möglichkeit habt, entlastet euch so oft es geht und lasst die Kinder während der Bauphase bei Oma und Opa.
  • Bezieht die Kinder in die Planung und auf der Baustelle mit ein.
  • Eure Partnerschaft pflegen!!! Nehmt euch Zeit für die Partnerschaft, geht ohne Kinder Essen, macht ab und zu ruhige Abende, wo nicht über den Bau gesprochen wird.

Wenn ihr noch weitere Tipps habt, wie man die Überlastung in einer Bauphase mit Kindern abfedern kann, dann schreibt sie mir gerne in den Kommentaren.

Kinder mit in die Planung einbeziehen

Kinder sind kreativ. Das solltet ihr nutzen! Wenn ihr am Wochenende über euren Skizzen und Plänen brütet, erklärt den Kindern unbedingt, was ihr da macht und worum es geht. Schließt sie bitte nicht aus! Sonst entwickeln sie eine Trotzhaltung gegen das Haus und sie können sich nicht so gut damit identifizieren. Bietet den Kindern ein gewisses Mitspracherecht an. Dafür ist es unerlässlich, dass ihr sie von Beginn an mit einbezieht und ihr sie nicht vor vollendete Tatsachen stellt.
Möglichkeiten eure Kinder mit entwerfen zu lassen:

  • Lage und Größe des Kinderzimmers,
  • Möblierung des Kinderzimmers,
  • Gestaltung eines separaten Spielbereichs (ermöglicht kleinere Kinderzimmer).
  • Bei einem gemeinsamen Kinderzimmer: Lage der persönlichen Bereiche.
  • Wenn es ein eigenes Kinderbadezimmer geben soll: Aufteilung des Badezimmers.
  • Wenn die Kinder Fragen haben, die ihr von der technischen Seite her nicht beantworten könnt, dann nehmt die Kinder auch ruhig mal mit zum Architektengespräch und lasst sie die Frage dem Architekten stellen.

Bei allem anderen, was eure Bereiche angeht, kann man sie bei dem ein oder anderen Detail auch um eine Meinung bitten. „Soll der Tisch besser quer oder längs stehen?“

In Diskussionen um Entwurfsvarianten empfiehlt es sich, dass ihr den Kindern die Varianten und die Unterschiede erklärt (so setzt ihr euch auch selbst intensiv mit den Möglichkeiten auseinander) und sie dann nach dem Favoriten fragt. Wenn ihr euch dann gegen den Favoriten der Kinder entscheidet, erklärt ihnen bitte, warum ihr so entschieden habt und welche entscheidenden Vorteile der gewählte Entwurf hat. So erlernen sie Kompromissfähigkeit, die bei dem Bau eures Einfamilienhauses unerlässlich ist!

Kinder auf der Baustelle

Oft wollen Kinder aktiv helfen. Das solltet ihr fördern und nicht mit ständigen Ermahnungen ausbremsen. Größere Kinder können schon einfache Aufgaben erledigen z.B. Steine aufstapeln, Sand in eine Schubkarre schaufeln (wenn es nicht schnell gehen muss), den Bürgersteig kehren, einen LKW „einweisen“, Werkzeuge holen usw. eurer Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt, vorausgesetzt die Aufgaben sind körperlich nicht zu anstrengend, erfordern weder Fachkenntnis noch zu großes Geschick und müssen nicht schnell gehen. Wenn das Kind dann von euch die Anerkennung bekommt, dass seine Arbeit ein wertvoller Beitrag zum Hausbau war, dann wird es sich mit Elan und Ausdauer beteiligen.

Kleinkinder können aber auch mitmachen. Gebt ihnen Kinderwerkzeuge in die Hand oder ungefährliches echtes Werkzeug und gebt auch den Kleinen Aufgaben. Sie können zum Beispiel Schrauben „nachziehen“, mit dem Spielzeugbagger Sand hin und her bewegen oder auch einfach nur mal Zuschauen, wie Papa mit der lauten Bohrmaschine Löcher bohrt.

Bei den kleineren Kindern (ca. 2,5 bis 6 Jahre) dürft ihr natürlich keine allzu große Ausdauer erwarten, aber wenn ihr ihnen immer mal wieder eine andere Aufgabe gebt, sind sie vielleicht auch ein paar Stunden beschäftigt. Wichtig ist, dass ihr ihnen klare und einfache Anweisungen gebt. Zwischendurch dürfen sie dann auch ruhig mal spielen. Denkt dafür bitte daran Spielsachen mitzunehmen, die auch dreckig werden dürfen.

Außerdem: Die Bauphase ist auch ideal, um mit den Nachbarskindern in Kontakt zu kommen.

Sicherheit geht vor

Bei allem Spaß an der Arbeit: Sicherheit geht vor. Wenn ihr selbst auch mit Hand anlegt, könnt ihr mit den Augen nicht überall sein, deshalb sollten alle Gefahrenquellen möglichst ausgeschlossen oder minimiert werden.

  • Die provisorischen Treppengeländer so herstellen lassen, dass auch die Kleinen sicher die Treppe gehen können.
  • Gleiches gilt für alle anderen Absturzsicherungen an Galerien, bodentiefen Fenstern, Balkonen etc.
  • keine Teppichmesser und andere spitze Gegenstände herumliegen lassen.
  • Elektrischen Geräte, wie Bohrmaschinen, Schleifgeräte, Flex oder Stemmhammer müssen nach Gebrauch immer ausgesteckt werden.
  • Nehmt die Kinder nur mit zur Baustelle, wenn keine Handwerker da sind. Sonst müsst ihr auch noch darauf achten, dass die Bauarbeiter sich kindersicher verhalten.
  • Nehmt vielleicht Oma und Opa als zusätzliche Augenpaare mit auf die Baustelle, damit die Kinder reihum „bewacht“ werden können.

Grundsätzlich sollten die Kinder, wenn sie auf die Baustelle mitgenommen werden, entweder in einem Alter sein, wo sie noch im Kinderwagen, Maxi Cosi oder Tragetuch bleiben können (bis ca. 9 Monate) oder so verständig sein, dass man ihnen Sachen erklären kann (ab ca. 2,5 Jahren). Sie sollten sich darüber bewusst sein, dass es auf einer Baustelle gefährlich ist und sie auf die Eltern hören müssen. Das bedeutet, dass Krabbelkinder und Kinder unter 2,5 Jahren auf einer Baustelle niemals aus den Augen gelassen werden dürfen. Das variiert altersmäßig natürlich. Nur ihr könnt einschätzen, wie weit euer Kind ist.

Die Risiken für die eigenen Kinder und die eigene Sicherheit bei Eigenleistungen können zwar nicht versichert werden. Dennoch rate ich zu einer Bauherrenhaftpflichtversicherung. Damit werden Personenschäden an Dritten abgesichert, für die ihr sonst ein Leben lang haften müsstet. Auch Sachschäden z.B. an Nachbarhäusern oder parkenden Autos sind darüber versichert.

Hier nun, wie versprochen, die Übersicht der Fördermöglichkeiten.
Wenn ihr noch Fragen habt, wie ihr eure Kinder vernünftig miteinbezieht, dann meldet euch gerne über die Kommentare.
In Kürze kommt der Blogartikel „Bauen für Kinder“. Darin geht es darum, welche Belange und Bedürfnisse Kinder für ihre Zimmer und die gemeinschaftlich genutzten Bereiche haben.
Im Übrigen weiß ich, wovon ich spreche. Ich bin selbst Mama eines 3 Jährigen Energiebündels namens Karl und Ende Mai kommt das Zweite 🙂

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Wir versuchen durch Cookies das Angebot das wir dir anzeigen für dich relevant zu gestalten und dir nur Inhalte zu zeigen die für dich interessant sein könnten. mehr Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen