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Kinder ziehen aus…irgendwann – schon heute dran gedacht?

Nicht alle Lebensabschnitte brauchen das gleiche Haus!

Vielleicht kennt ihr das aus eurer eigenen Vergangenheit: Ihr seid in einem beschaulichen aber durchschnittlichen Einfamilienhaus aufgewachsen. Vielleicht war es immer ein bisschen eng, oder jeder hatte mehr als genug Platz und Raum. Egal! Die Situation ist trotzdem immer die gleiche, wenn alle Kinder ausgezogen sind: Plötzlich ist das Haus eigentlich zu groß. Besonders auffällig ist das natürlich wenn es mehr als zwei Kinder in der Familie gibt.

Dann ist die große Frage: wie damit umgehen? Behält jedes Kind sein altes Zimmer? Werden daraus Gästezimmer? Nutzen eure Eltern die Zimmer unterschiedlich, vielleicht als Fernseh-, Arbeits-, Fitness- oder Hobbyzimmer? Mit genügend Fantasie bekommt man die überzähligen Zimmer schon irgendwie umgenutzt, aber werden sie dann auch wirklich genutzt? Wie oft geht man zum Fernsehen in ein extra Zimmer? Braucht man wirklich ein Arbeitszimmer? Vorher hat man seine Büroarbeit ja auch woanders gut hinbekommen.

Zuviel ist zuviel

Egal, wie man die Zimmer auch umnutzt, es ist eigentlich immer ein Zuviel an Raum, der keinen Mehrwert liefert. Die Räume müssen renoviert, instandgehalten und geheizt werden ohne einen echten zusätzlichen Nutzen. Und eine der größten „Gefahren“ ist, dass die Räume im Laufe der Jahre zugestellt werden, weil „da ist ja noch Platz und wir nutzen den Raum sonst eh nicht…“

Die Eltern von einer Freundin mit drei Geschwistern haben ein riesiges Haus mit 5 Schlafzimmern. Ein Zimmer ist im Erdgeschoss und die anderen im Obergeschoss. Jetzt sind alle Kinder ausgezogen. Das Zimmer im Erdgeschoss ist ein Arbeitszimmer geworden, ein Zimmer im OG ist ein Gästezimmer und die anderen beiden Räume stehen leer. Eigentlich doch schade um den Platz, oder?

All das sind Gründe, warum ich ein Fan davon bin schon beim Hausbau oder wenn ihr kauft, beim Umbau daran zu denken, wie ihr den überzähligen Platz effektiv umnutzen könnt, wenn die Familie wieder schrumpft. Und vielleicht sogar noch etwas Geld damit verdient.

Einliegerwohnung

Eine elegante Methode, die überzähligen Räume, wieder als Kostenpunkt loszuwerden, ist daraus eine Einliegerwohnung zu machen.

So hat es meine Oma gemacht: Meine Oma hat fünf Kinder, natürlich hatten alle auch ein Zimmer. Zunächst hat sich einer meiner Onkel das Dachgeschoss ausgebaut, um dort für ein paar Jahre zu leben, bevor er selbst gebaut hat. Damit war der Grundstein für die Nutzung als Zweifamilienhaus bereits gelegt und mittels einer Außentreppe war auch die Erschließung kein Problem. Als dann mein Opa gestorben war, brauchte meine Oma auch das Obergeschoss nicht mehr. Sie baute sich das Erdgeschoss zu einer geräumigen Wohnung um und hat sogar trotzdem noch ein Gästezimmer. Das Obergeschoss und das Dachgeschoss wurden zu einer großen Maisonette-Wohnung verbunden und an eine Familie mit zwei Kindern vermietet. Mittlerweile wohnt diese Familie auch schon seit über zwanzig Jahren in dem Haus. Deren Kinder sind auch schon ausgezogen, es ist aber so eine schöne Symbiose, dass sie wohl bleiben werden bis auch meine Oma nicht mehr lebt. Die Mieter kümmern sich um den großen Garten, was meine Oma nicht mehr kann und haben immer ein Auge auf sie, sodass sie sich nie alleine fühlt in dem großen Haus. Das ist wirklich eine Erfolgsgeschichte. Vom finanziellen Nutzen mal ganz abgesehen.

Wenn ihr also in eurem Haus alt werden und später nicht allein sein wollt, gibt es für eine Einliegerwohnung folgende Dinge zu beachten:

  • Plant die Kinderzimmer so, dass sie später leicht als Einliegerwohnung abtrennbar sind.
  • Sprecht euren Architekten schon beim ersten Gespräch darauf an, dass diese Möglichkeit gegeben sein soll.
  • Plant ein Kinderbadezimmer ein, das später der Wohnung zugeteilt wird.
  • Richtet in einem der Kinderzimmer bereits Leitungen für eine spätere Küche vor.

Wenn ihr nicht wollt, dass dauerhaft jemand Fremdes bei euch im Haus wohnt und vielleicht auch Teile des Gartens mitnutzen möchte, bietet eine Einliegerwohnung dennoch tolle Möglichkeiten:

  • Übergangswohnung für eines der Kinder
  • Altenteil für eure Eltern
  • möblierte Wohnung zum Vermieten auf Zeit, auf AirBnB; je nachdem wo ihr wohnt an einen Wochenpendler, der am Wochenende nach Hause fährt.

Übergangsanbau

Gerade, wenn ihr auf der Suche nach gebrauchten oder vielleicht sogar historischen Häusern seid, oder ihr habt ein Haus geerbt, dann ist oft die mangelnde Größe das Problem. Viele alte Häuser sind mit 90-110m² einfach zu klein für ein angenehmes zeitgemäßes Wohnen mit einer Familie. Da diese Einschränkung aber für alle Immobilien suchenden Familien gilt, sind diese Häuser oft auch recht günstig. Es lohnt sich also darüber nachzudenken ein kleines altes Haus zu kaufen, es umzubauen und mit einem Anbau zu versehen. Das hat aber wenn die Kinder ausgezogen sind, die gleichen Konsequenzen wie oben zur Folge.
Die Lösung ist ein Anbau auf Zeit. Mit der mobilen, modularen Architektur von z.B. Cubig könnt ihr einen individuellen Anbau erstellen, der dann später auch als Einliegerwohnung fungiert oder wieder abgebaut wird. Da diese Häuser modular konstruiert sind, kann man sie einfach wieder demontieren, verkaufen oder an anderer Stelle wieder aufbauen. Dann habt ihr wieder das Kernhaus für euch und die Wohnfläche ist ideal für zwei.
Weitere Informationen findet ihr auf Cubig.com (ich bekomme nichts für diese Empfehlung, ich bin einfach nur von dem Produkt überzeugt!)

Haus verkaufen oder vermieten

Ein immer stärker werdende Tendenz ist der Trend hin zum „Lebensabschnittshaus“. Viele planen gar nicht mehr mit den Füßen zuerst das letzte Mal das Haus, was sie heute bauen, zu verlassen. Sie sind sich darüber bewusst, dass es je nach Lebensphase auch unterschiedliche Bedürfnisse an das Wohnen gibt. Also planen sie heute ein Haus zu bauen oder zu kaufen, was heute auf ihren Bedarf zugeschnitten ist. Morgen, wenn die Kinder ausgezogen sind, brauchen sie ein anderes Haus in einer anderen Umgebung. Also wird das Familienhaus verkauft oder vermietet und ein neues Haus bezogen, was für den neuen Bedarf ideal ist.

Ich finde diese Variante mit der geänderten Familiensituation umzugehen auch sehr charmant, weil man sich neu orientiert. Gerade für die Mütter kann es sehr heilsam sein, sich durch den Tapetenwechsel wieder mehr auf sich zu besinnen und vielleicht auch sonst nochmal ganz neue Wege zu beschreiten und sich von der behütenden Mutterrolle zu verabschieden.

Wenn ihr diese Möglichkeit für euch favorisiert, dann beachtet bitte schon heute bei der Planung folgendes, um den Verkaufswert in Zukunft möglichst hoch ansetzen zu können:
versucht möglichst zeitlos zu planen; zu verkitschte Lösungen mindern den Wert eures Hauses
plant mit hochwertiger Architektur; 08/15 Häuser wird es in 15 oder 20 Jahren massenweise zu kaufen geben (vermutlich ist der Immobilienboom dann vorbei)
Sucht die Lage noch bedachter aus, als sowieso schon. Von Neubaugebieten und sehr ländliche Regionen rate ich aus Erwägungen zum Immobilienwert eher ab.

Elternteil zieht ein

Die Einliegerwohnung ist für noch fitte Eltern eine super Möglichkeit. Ist es nun aber der Fall, dass bereits ein Elternteil verstorben ist und der Andere nicht mehr gut alleine zurecht kommt, könnt ihr (Schwieger-)Mama oder (Schwieger-)Papa bei euch im Haus(-halt) aufnehmen. Das muss natürlich von der familiären Konstellation her passen! Das ist ja auch eine Sache, die ihr heute noch nicht planen könnt. Aber vielleicht ändert sich etwas am geplanten Szenario, z.B. dasletzte Kind zieht einfach nicht aus, weshalb die Einliegerwohnung nicht abgetrennt werden kann, oder ihr fühlt euch da jetzt so wohl, dass ihr doch nicht mehr verkaufen wollt und nun zu viel Platz habt. Wird dann ein Elternteil pflegebedürftig, habt ihr zumindest die Möglichkeit der häuslichen Pflege.

Ihr werdet in dem Haus alt

Außer bei der Variante des Hausverkaufs ist das ja bei allen genannten Möglichkeiten der Fall. Dazu möchte ich euch im Speziellen aber auch noch einige Hinweise geben, wie ihr schon heute an morgen denken könnt. Sich mit dem eigenen Alter und körperlichen Gebrechen auseinander zu setzen ist nie schön. Um aber das Geld eurer Zukunfts-Ichs zu sparen, macht es unbedingt Sinn ein paar Dinge schon jetzt mit einzuplanen.

  • Ebenerdige Erschließung: wenn es wegen dem Geländeverlauf auf dem Grundstück nicht unbedingt sein muss, plant keine Stufen zum Eingang!
  • Türbreiten: plant Türen, die mindestens eine Standardbreite von 88,5 cm haben. Das ist zwar nicht behindertengerecht, aber mit einem Rollator kommt man da bequem durch. Wollt ihr rollstuhlgerecht planen, müssen die Türbreiten schon 1,01 m sein.
  • Rollatorgerechtes Badezimmer: Plant nicht nur ein Gäste-WC im Erdgeschoss ein, sondern ein vollwertiges Badezimmer mit ebenerdige Dusche und genügend Platz, dass das Bad auch zwei benutzen können.
  • Zusätzliches Zimmer im Erdgeschoss, das ihr später als Schlafzimmer nutzen könnt.

Wie gingen eure Eltern mit eurem Auszug um? Würdet ihr es anders machen? Braucht ihr noch mehr Infos zum architektonischen Berücksichtigen der verschiedenen Lebenssituationen? Schreibt mir gerne in die Kommentare!

Ihr habt jetzt kleine Kinder und wollt wissen, wie ihr auch für sie das Ideale aus dem neuen Haus herausholen, dann sind diese beiden Blogartikel genau das richtige für euch:

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