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Hausbau mit Kindern

Haus Bauen mit Kindern – Spaß statt Stress

Wer wünscht sich nicht, dass seine Kinder idyllisch im eigenen Garten spielen können?

In der Familiengründungsphase zu bauen ist ein günstiger Zeitpunkt: Man hat durch einige Jahre im Berufsleben schon einiges Eigenkapital aufgebaut und wegen dem Familienzuwachs müsste man sowieso umziehen, da der Leidensdruck in der Mietwohnung einfach zu groß wird. Darüber hinaus möchte man sich nach Jahren in einer Mietwohnung auch mal gestalterisch austoben. Und ihr (und die Kinder) habt am meisten vom Eigenheim, wenn ihr mit möglichst kleinen Kindern baut oder kauft.

Karriere – Haus – Kinder

Das ist doch die ideale Reihenfolge, oder? Meistens läuft das Leben aber nicht strikt nach Plan. Nicht jeder ist in der luxuriösen Situation den Nestbau vor dem Kinderkriegen abzuschließen. Ein Großteil der Bauherren, die ein Eigenheim bauen, haben bereits Kinder. Die Sorge ist dann schnell da, ob man den Hausbau mit ein oder zwei Kindern überhaupt schafft. Kinder bilden doch einen zusätzlichen Stressfaktor beim Hausbau, oder?

Lies weiter, damit du lernst, wie schön und lustig das Bauen mit Kindern sein kann!

Wie immer ist alles eine Frage der Einstellung und der Organisation. Wenn ihr z. B. der Meinung seid, dass Kinder nicht auf die Baustelle gehören, dann wird es bestimmt schwierig eine dauerhafte Betreuungsmöglichkeit während der Bauphase zu finden. Dann muss Mama vielleicht mit den Kindern in der alten Wohnung bleiben und kann nicht mithelfen, und irgendwann wird Papa knatschig, weil er sich mit der Baustellenarbeit im Stich gelassen fühlt.
Also nicht vergessen: Macht euch vor dem Bau klar, welche Vorstellungen und Erwartungen ihr habt und gleicht sie mit eurem Partner ab. So könnt ihr schon früh sicherstellen, dass später kein Frust entsteht.

Bauen mit Kindern? Nicht nur an die Baustelle denken!

Zunächst muss das Haus aber mal geplant werden. Achtet dabei in eurem und dem Interesse der Kinder auf folgende drei Dinge:
1. Die Kinder können und sollten, je nach Alter, in den kreativen Entstehungsprozess des Hauses und des Grundrisses mit eingebunden werden.
2. Die Belange und besonderen Bedürfnisse der Kinder müssen berücksichtigt werden.
3. Denkt schon in der Planungsphase darüber nach, was mit dem Mehr an Raum passiert, wenn die Kinder mal ausgezogen sind.
Das ist neben euren eigenen Ideen und Vorstellungen vom neuen Haus ganz schön viel! Es lohnt sich aber die Kinder aktiv mit einzubeziehen und kindgerecht zu planen. Wenn sie sich mit dem neuen Haus identifizieren können, geht die Planungs- und Bauphase für alle Familienangehörigen stressfreier über die Bühne.

Gimme Money – Förderungen

Auch in finanzieller Hinsicht lohnt sich das Bauen mit Kindern. Viele Kommunen und auch andere Institutionen bieten Förderungen für Familien mit Kindern an, die sich am jeweiligen Standort ansiedeln. Oft spielt das Einkommen auch eine Rolle. So werden besonders einkommensschwache Familien gefördert. Bei den Förderungen von Kommunen handelt es sich meist um Anreizförderungen in ländlichen Regionen.
Die Förderungen umfassen sowohl Nachlässe beim Kauf von Gemeindegrundstücken je Kind, zinsgünstige Kredite und Zuschüsse. Selbst ungeborene Kinder können bei einigen Förderprogrammen mit berücksichtigt werden.

Die Fördermöglichkeiten können sich nach Bundesland und Kommune sehr stark unterscheiden, deshalb findet ihr am Ende des Artikels einen Link zu Datenbankseiten über Fördermöglichkeiten in eurem Ort.

Stressfaktor Kinder

Der Bau eines Eigenheims ist immer eine Ausnahmesituation. Wahrscheinlich werden sich Sorgen, Vorfreude, Leistungsdruck, Stress usw. nie mehr in eurem Leben so häufen, wie in dieser Zeit. Dass ihr euch auch noch um die Kinder kümmern müsst, macht das Ganze nicht leichter. Umso wichtiger ist es, dass ihr euch gut auf diese Zeit vorbereitet habt. (Holt euch als ersten Schritt die große Checkliste VOR dem Hausbau)
Diese Tipps helfen euch die anstrengende Zeit zu meistern:

  • Den Kindern erklären, dass es eine schwere Zeit ist, die auch wieder vorbei geht.
  • Ihnen erklären, dass sie durch Gehorsam (oh Gott das hört sich schrecklich an, aber so ist es doch!) aktiv zur Entspannung der Situation beitragen können.
  • Den Kindern versichern, dass sie (meistens ;-)) nicht an eurer Gereiztheit schuld sind.
  • Kurbelt die Vorfreude auf das neue Haus an. Z.B. indem ihr euch statt der gute Nacht Geschichte gemeinsam schöne Situationen in dem Haus ausmalt.
  • Wenn ihr die Möglichkeit habt, entlastet euch so oft es geht und lasst die Kinder während der Bauphase bei Oma und Opa.
  • Bezieht die Kinder in die Planung und auf der Baustelle mit ein.
  • Eure Partnerschaft pflegen!!! Nehmt euch Zeit für die Partnerschaft, geht ohne Kinder Essen, macht ab und zu ruhige Abende, wo nicht über den Bau gesprochen wird.

Wenn ihr noch weitere Tipps habt, wie man die Überlastung in einer Bauphase mit Kindern abfedern kann, dann schreibt sie mir gerne in den Kommentaren.

Kinder mit in die Planung einbeziehen

Kinder sind kreativ. Das solltet ihr nutzen! Wenn ihr am Wochenende über euren Skizzen und Plänen brütet, erklärt den Kindern unbedingt, was ihr da macht und worum es geht. Schließt sie bitte nicht aus! Sonst entwickeln sie eine Trotzhaltung gegen das Haus und sie können sich nicht so gut damit identifizieren. Bietet den Kindern ein gewisses Mitspracherecht an. Dafür ist es unerlässlich, dass ihr sie von Beginn an mit einbezieht und ihr sie nicht vor vollendete Tatsachen stellt.
Möglichkeiten eure Kinder mit entwerfen zu lassen:

  • Lage und Größe des Kinderzimmers,
  • Möblierung des Kinderzimmers,
  • Gestaltung eines separaten Spielbereichs (ermöglicht kleinere Kinderzimmer).
  • Bei einem gemeinsamen Kinderzimmer: Lage der persönlichen Bereiche.
  • Wenn es ein eigenes Kinderbadezimmer geben soll: Aufteilung des Badezimmers.
  • Wenn die Kinder Fragen haben, die ihr von der technischen Seite her nicht beantworten könnt, dann nehmt die Kinder auch ruhig mal mit zum Architektengespräch und lasst sie die Frage dem Architekten stellen.

Bei allem anderen, was eure Bereiche angeht, kann man sie bei dem ein oder anderen Detail auch um eine Meinung bitten. „Soll der Tisch besser quer oder längs stehen?“

In Diskussionen um Entwurfsvarianten empfiehlt es sich, dass ihr den Kindern die Varianten und die Unterschiede erklärt (so setzt ihr euch auch selbst intensiv mit den Möglichkeiten auseinander) und sie dann nach dem Favoriten fragt. Wenn ihr euch dann gegen den Favoriten der Kinder entscheidet, erklärt ihnen bitte, warum ihr so entschieden habt und welche entscheidenden Vorteile der gewählte Entwurf hat. So erlernen sie Kompromissfähigkeit, die bei dem Bau eures Einfamilienhauses unerlässlich ist!

Kinder auf der Baustelle

Oft wollen Kinder aktiv helfen. Das solltet ihr fördern und nicht mit ständigen Ermahnungen ausbremsen. Größere Kinder können schon einfache Aufgaben erledigen z.B. Steine aufstapeln, Sand in eine Schubkarre schaufeln (wenn es nicht schnell gehen muss), den Bürgersteig kehren, einen LKW „einweisen“, Werkzeuge holen usw. eurer Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt, vorausgesetzt die Aufgaben sind körperlich nicht zu anstrengend, erfordern weder Fachkenntnis noch zu großes Geschick und müssen nicht schnell gehen. Wenn das Kind dann von euch die Anerkennung bekommt, dass seine Arbeit ein wertvoller Beitrag zum Hausbau war, dann wird es sich mit Elan und Ausdauer beteiligen.

Kleinkinder können aber auch mitmachen. Gebt ihnen Kinderwerkzeuge in die Hand oder ungefährliches echtes Werkzeug und gebt auch den Kleinen Aufgaben. Sie können zum Beispiel Schrauben „nachziehen“, mit dem Spielzeugbagger Sand hin und her bewegen oder auch einfach nur mal Zuschauen, wie Papa mit der lauten Bohrmaschine Löcher bohrt.

Bei den kleineren Kindern (ca. 2,5 bis 6 Jahre) dürft ihr natürlich keine allzu große Ausdauer erwarten, aber wenn ihr ihnen immer mal wieder eine andere Aufgabe gebt, sind sie vielleicht auch ein paar Stunden beschäftigt. Wichtig ist, dass ihr ihnen klare und einfache Anweisungen gebt. Zwischendurch dürfen sie dann auch ruhig mal spielen. Denkt dafür bitte daran Spielsachen mitzunehmen, die auch dreckig werden dürfen.

Außerdem: Die Bauphase ist auch ideal, um mit den Nachbarskindern in Kontakt zu kommen.

Sicherheit geht vor

Bei allem Spaß an der Arbeit: Sicherheit geht vor. Wenn ihr selbst auch mit Hand anlegt, könnt ihr mit den Augen nicht überall sein, deshalb sollten alle Gefahrenquellen möglichst ausgeschlossen oder minimiert werden.

  • Die provisorischen Treppengeländer so herstellen lassen, dass auch die Kleinen sicher die Treppe gehen können.
  • Gleiches gilt für alle anderen Absturzsicherungen an Galerien, bodentiefen Fenstern, Balkonen etc.
  • keine Teppichmesser und andere spitze Gegenstände herumliegen lassen.
  • Elektrischen Geräte, wie Bohrmaschinen, Schleifgeräte, Flex oder Stemmhammer müssen nach Gebrauch immer ausgesteckt werden.
  • Nehmt die Kinder nur mit zur Baustelle, wenn keine Handwerker da sind. Sonst müsst ihr auch noch darauf achten, dass die Bauarbeiter sich kindersicher verhalten.
  • Nehmt vielleicht Oma und Opa als zusätzliche Augenpaare mit auf die Baustelle, damit die Kinder reihum „bewacht“ werden können.

Grundsätzlich sollten die Kinder, wenn sie auf die Baustelle mitgenommen werden, entweder in einem Alter sein, wo sie noch im Kinderwagen, Maxi Cosi oder Tragetuch bleiben können (bis ca. 9 Monate) oder so verständig sein, dass man ihnen Sachen erklären kann (ab ca. 2,5 Jahren). Sie sollten sich darüber bewusst sein, dass es auf einer Baustelle gefährlich ist und sie auf die Eltern hören müssen. Das bedeutet, dass Krabbelkinder und Kinder unter 2,5 Jahren auf einer Baustelle niemals aus den Augen gelassen werden dürfen. Das variiert altersmäßig natürlich. Nur ihr könnt einschätzen, wie weit euer Kind ist.

Die Risiken für die eigenen Kinder und die eigene Sicherheit bei Eigenleistungen können zwar nicht versichert werden. Dennoch rate ich zu einer Bauherrenhaftpflichtversicherung. Damit werden Personenschäden an Dritten abgesichert, für die ihr sonst ein Leben lang haften müsstet. Auch Sachschäden z.B. an Nachbarhäusern oder parkenden Autos sind darüber versichert.

Hier nun, wie versprochen, die Übersicht der Fördermöglichkeiten.
Wenn ihr noch Fragen habt, wie ihr eure Kinder vernünftig miteinbezieht, dann meldet euch gerne über die Kommentare.
In Kürze kommt der Blogartikel „Bauen für Kinder“. Darin geht es darum, welche Belange und Bedürfnisse Kinder für ihre Zimmer und die gemeinschaftlich genutzten Bereiche haben.
Im Übrigen weiß ich, wovon ich spreche. Ich bin selbst Mama eines 3 Jährigen Energiebündels namens Karl und Ende Mai kommt das Zweite 🙂