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Bauen für Kinder

 

In meinem letzten Blogartikel ging es um das Bauen mit Kindern. Aber das Thema Bauen für Kinder ist mindestens genauso wichtig. Eure Kinder sind gleichwertige Familienmitglieder und ihren Bedürfnissen und Vorlieben muss genauso Rechnung getragen werden, wie euren eigenen. Das wird leider oft vergessen. Eure Kinder werden tagtäglich mit ihrem Haus konfrontiert. Es ist ihre direkte gebaute Umwelt, die sie prägt! Winston Churchill hat mal gesagt (und er hat viele kluge Sachen von sich gegeben): „We shape our Buildings; thereafter they shape us“. Wir gestalten unsere Häuser, danach formen sie uns
Das gilt in ganz besonderem Maße für unsere Kinder!

Das ist neben euren eigenen Ideen und Vorstellungen vom neuen Haus ganz schön viel! Es lohnt sich aber kindgerecht zu planen. Können sich die Kinder mit dem neuen Haus identifizieren, machen sie beim Bau gut mit und sehen dem Umzug freudig entgegen. Sie empfinden es weniger als Einschnitt in ihrem Leben.

Bei diesem Blogartikel habt ihr erfreulicherweise mal weniger zu lesen, dafür mehr zu schauen! Bitte nicht alles zu ernst nehmen 😉

Sicher Bauen – und die begrenzten motorischen Fähigkeiten

Da ihr normalerweise auch vorher schon mit den Kindern zusammen gewohnt habt, kennt ihr ja die üblichen Tricks, um eine Wohnung kindersicher zu machen. Daher werde ich auf Steckdosenschutz, befestigte Schränke und die sichere Verwahrung von gefährlichen Stoffen und Geräten nicht eingehen.
Aber bei der Planung eures eigenen Reichs, wollt ihr ja nicht unbedingt gefährliche Fallen einbauen, nur weil ihr aus Gestaltungsgründen die Kinderaspekte völlig übersehen habt.

Auch wenn freie Wendeltreppen, freischwingende Stufen oder minimalistische Geländer toll aussehen, empfiehlt es sich bei der Planung immer zu fragen: Ist das für die Kinder geeignet, lassen sich Treppengitter befestigen, können die Kinder die Treppe sicher benutzen?
Armaturen in Küche und Bad sollten mit eingebautem Verbrühschutz gekauft werden.
Grifflose Schränke liegen seit Jahren im Trend. Beim Kauf empfehle ich darauf zu achten, dass das Öffnen der Schränke trotzdem intuitiv möglich ist. Können auch kleine Kinder sie aufbekommen? Solltet ihr beabsichtigen die Kinder irgendwann in die häuslichen Pflichten mit einzubeziehen, ist es ratsam Schränke zu wählen, die die Kinder auch bedienen können ;-).

Bauen für die Familie

Für Kinder bauen heißt ja auch für das Familienleben bauen. Der Alltag sollte gut zu bewältigen sein, und Wege so kurz wie möglich geplant werden. Das ist besonders in der Küche wichtig. Dafür ist auch genügend Stauraum in Griffreichweite wichtig. Es bringt nichts, wenn ihr im Keller oder unter dem Dach kubikmeterweise Stauraum zur Verfügung habt, wenn das dort verstaute so weit entfernt ist von da, wo man es ständig braucht. Es ist dann nicht nur gut verstaut sondern auch bald verstaubt ;-).

Familientisch

Der Mittelpunkt eures alltäglichen Familienlebens ist der Familientisch. Entweder ihr plant einen Tisch zusätzlich zum Alltagsesstisch nahe der Küche oder einen großen mit mehr Plätzen als notwendig. Hintergrund dieses Tipps: die Hausaufgaben oder die Bastelarbeiten können auch mal liegen bleiben, wenn gegessen wird. Es entspannt unheimlich das Zusammenleben, wenn ihr die Kinder nicht immer wieder an das Aufräumen erinnern müsst, weil es platzmäßig einfach egal ist. Das sollte natürlich nicht dazu verführen einen wachsenden Stapel an Kram zu tolerieren.

Platz im Eingangsbereich

Sehr von Vorteil ist auch ein großzügiger Eingangsbereich, wo man sich ohne Platzmangel die Schuhe ausziehen und auch direkt verstauen kann. Wenn ihr viele Jacken und Mäntel habt, könnt ihr z. B. zwei Garderoben einplanen. Eine zum Trocknen von nassen Jacken und eine, die in einem Garderobenschrank versteckt ist. Beide sollten natürlich auch von kleinen Kindern erreicht werden können.

Eine kleine Bank ist nicht nur für die Kleinen hilfreich zum Schuhe an- und ausziehen.

Achjaaa, Kinder sind ja kleiner…

Bitte vergesst nicht, dass Kinder die meiste Zeit, in der sie bei euch wohnen, eine geringere Körpergröße haben. Dem kann man mit Miniaturausgaben von Toilette, Waschbecken und Küche begegnen. Das ist aber sehr teuer und wenn die Kinder groß sind, muss man wieder umbauen. Deshalb macht das auch keiner 😉 oder man überlegt sich flexible Lösungen ohne immer nur einen Plastikhocker bemühen zu müssen.
Zum Beispiel mit begehbaren Erhöhungen in Bad und Küche.

Gemeinschaftsbereich

Natürlich haben die Kinder eigene Zimmer, dennoch spielt sich ein Großteil des Familienlebens in einem Gemeinschaftsbereich ab (auch Wohnzimmer oder Wohnküche genannt). Oft sind die Treppen in modernen Einfamilienhäusern in diesem zentralen Raum untergebracht.
Die können auch optimal zum Spielen und Lagern genutzt werden.

Bank im Wohn- Essbereich (auch zum Lagern, wenn geschlossen)

Tiefe Fensterlaibungen sind auch für Erwachsene schön

Geteilter Spielbereich

Bei euch soll jedes Kind sein eigenes Zimmer erhalten, ihr habt aber nicht viel Platz für große Kinderzimmer? Dann ist ein gemeinsamer Spielbereich die Lösung. Die Kinderzimmer sind dann wirklich nur Rückzugsräume und zum Schlafen, gespielt wird dann aber woanders und gemeinsam.
Eine Möglichkeit: ein offener Flur im Obergeschoss. Bei kleinen Kindern muss dann der Treppenabgang aber definitiv gesichert werden.

oder im Spitzboden

oder ein eigener Raum

Im gemeinsamen Wohnbereich müssen Kinder Ordnung halten! (Öhm, ihr auch 😉 sonst machen es die Kinder erst recht nicht)
Bei hohen Räumen gibt es aber eine Möglichkeit sowohl die natürliche Nachlässigkeit der Kinder, was Ordnung anbelangt als auch eure Ordnungsliebe unter einen Hut zu bringen: ein unsichtbarer Spielbereich über einem Funktionskern. Dabei ist der besondere Witz, dass die Deckenhöhe auf dieser Empore nur so hoch ist, dass die Kinder bis zu einem gewissen Alter dort im Stehen spielen können. Es ist also ihr Bereich im Gemeinschaftsraum. Dort kann es auch mal unordentlich bleiben und man hat die Kinder trotzdem immer in Hörreichweite.

Spieltrieb und Bewegungsdrang fördern

Kletterwand im Kinderzimmer

Bemalbare Wandteile (Tafelfarbe)

Eine Rutsche bietet sich am Hochbett an. Oder, wenn ihr selbst noch einen ausgeprägten Spieltrieb habt, sogar vom OG ins EG! (Eine solche Rutsche sollte dann aber ohne viel baulichen Aufwand auch ausbaubar sein, wenn die Kinder groß sind.)

Geteilte Kinderzimmer

Ein gemeinsames Kinderzimmer ist bestimmt oft schön. Genauso oft aber total blöd. Dann brauchen Kinder einen Rückzugsort, der nur ihnen gehört. Das Bedürfnis nach Verkriechen muss befriedigt werden, wenn das Projekt „gemeinsames Kinderzimmmer“ gelingen soll.
Das geht zum Beispiel mit Alkofen, Höhlen und Tunnels.

Wenn die Kinder noch sehr klein sind, kann ein gemeinsam genutzter Schlafraum das Gemeinschafts- und Verbundenheitsgefühl der Geschwister fördern. Das ist wie bei vielen anderen Erziehungsentscheidungen jedoch ganz stark Ansichtssache. Einige meinen ein Kind braucht von Geburt an sein eigenes kleines Reich, andere lassen alle Kinder, selbst wenn es drei oder vier sind, bis sie elf/ zwölf sind zusammen in einem Zimmer schlafen und wohnen. Mein Mann und ich sind Vertreter der zweiten Gruppe und möchten es mit unseren beiden Jungs so machen (wenn die Kinder es auch wollen). Ich könnte mir sogar vorstellen, dass solange die Kinder sehr klein sind, auch das Schlafen in einem Bett für die Verträglichkeit sehr gut sein könnte. Wir werden es ausprobieren. z.B. so:

 

Für das Schlafen in einem Zimmer kommen die klassischen

Etagenbetten (eingebaut oder nicht) in Frage

oder Lösungen nebeneinander.

Dann kann zumindest kein Streit aufkommen, wer oben schlafen darf (oder muss).

Wandgestaltung im Kinderzimmer

Hier gilt: die oberflächliche Gestaltung sollte ohne viel Aufwand an den sich wandelnden Geschmack der Kinder anpassbar sein. Das Kinderzimmer einer früheren Freundin war komplett mit einer Pferdetapete zugekleistert. Klar, meine Freundin hat sich diese Tapete natürlich selbst ausgesucht, weil sie mit acht Jahren eben ein Pferdefan war. Mit 15, als der erste Freund mal zu Besuch kam, war sie von der Idee aber nicht mehr so begeistert. Letztendlich hat sie in dem Pferdezimmer gelebt, bis sie ausgezogen ist.
Wenn es eine bestimmte lustige Kindertapete sein soll, immer gerne, aber bitte nicht alle Wände inkl. Laibungen und Schrägen damit tapezieren. Die Vorlieben der Kinder werden sich wandeln, auch wenn sie sich das jetzt noch nicht vorstellen können. Aus dem Kleinkinderzimmer soll auch irgendwann ein cooles Jugendzimmer werden.

Ordnung halten

Jeder, der Kinder hat weiß: mit Kindern kann man sich von einer aufgeräumten Wohnung verabschieden. Aber es gibt Möglichkeiten das Ordnunghalten auch für Kinder zu erleichtern.
Eine einfache, wenn auch etwas gefuschte Möglichkeit ist es, bestimmte Bereiche, die anfällig sind für Unordnung, hinter Türen und Klappen verschwinden zu lassen.

Warum kein begehbarer Kleiderschrank auch für‘s Kind?

So können die Arbeitsbereiche der Kinder (Hausaufgaben, Basteln, Computer) in einem Schrank verschwinden

Viel Stauraum, der sich in Schubladen oder unter eingebauten Betten befindet, lässt es durch die glatten Flächen auch viel aufgeräumter aussehen.
Alles muss einen eindeutigen Platz haben, woran auch ihr Eltern euch halten müsst. (Ich weiß wie schwer das ist.) Nur dann kann euer Kind wirklich lernen Ordnung zu halten.

Insgesamt ist es wichtig die Kinderzimmer mit in das innenarchitektonische Konzept einzubeziehen. Einbaumöbel mit Bett, Schrank und Stauraum für Spielsachen sind immer eine schöne Sache, bei geteilten Kinderzimmern, aber umso wichtiger, damit jeder auch wirklich seinen eigenen Bereich hat, indem er sich verkriechen kann.

Und draußen?

Mindestens so, oder?

Naja, das muss nicht unbedingt sein. Aber bitte den Außenraum genauso ins Konzept integrieren, wie den Innenraum. Nichts ist doch hässlicher als ein paar lieblos verstreute Spielgeräte im Garten und ein vergammelndes Trampolin.

Irgendwann sind sie groß…

Ja, irgendwann werden die lieben kleinen zu nörgeligen Teenagern und dann dauert es nicht mehr lange, bis sie weg sind. Je nachdem wie viele Kinder ihr habt, ist das Haus dann viel zu groß.
Es gibt verschiedene Wege damit umzugehen, grundsätzlich gilt aber sich bei der Planung eures Hauses schon Gedanken zu machen, selbst wenn die Kinder noch Babys sind.
Dazu werde ich in Kürze einen eigenen Blogartikel schreiben.

Was hättet ihr euch für euer Haus und euer Zimmer gewünscht als ihr noch Kinder wart? Wie viel Entscheidungskompetenz kann man Kindern gewähren? Was ist Deine Meinung? Schreib es mir in die Kommentare.

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